Fronleichnam – „Christus hochhalten“

So sehr man den Regen auch erwartete, am Fronleichnamsfest – in Ohlsbach am Sonntag nach dem Feiertag – kam er nicht. Die Natur musste noch leiden, die Prozession durchs Dorf konnte stattfinden. „Christus hochhalten“ und „auf den Schild heben“ – diesen eigentlichen Sinn des Festes neben all der Tradition und dem Brauchtum thematisierte Pfarrer Erwin Schmidt in seiner tiefgründigen Ansprache. Wir begleiteten die Feier mit Liedern aus dem Gotteslob, einem Gloria (725), einem Credo (177), „Unser leben sei ein Fest“ (715) und „Wenn wir das Leben teilen“ (474). Konstantin Bläsi war Organist, Kantor und Chorleiter in una persona.

Nach der ersten Station an der Kirche („Gottheit tief verborgen“) führte die Prozession zur zweiten in der Heimgasse („Speise des Lebens“), zur dritten am Dorfplatz („Nehmet das Brot“) und schließlich zur vierten bei der Kirche („Tantum ergo“).

Da der Himmel wolkenlos und schon der Morgen sehr heiß war, waren die kühlen Getränke, die das Gemeindeteam im Schatten der Kirche und unter Sonnenschirmen bereitgestellt hatte, eine wunderbare Erfrischung. Sie machten die Brezeln zu einem Genuss und luden dazu ein, noch ein wenig zu verweilen. Einen herzlichen Dank für diesen schönen Ausklang.

Titularfest an Trinitatis

Die Werke des Oberschlesiers Max Fielke (1855 – 1911) sind in unseren Regionen nur wenig bekannt. Sein schönes Opus 80 „Missa in G-Dur in honorem Sancti Caroli Borromaei“ wählte Chorleiter Konstantin Bläsi fürs Ohlsbacher Titularfest aus.

Da wir nach den Corona-Einschränkungen erst wenige Probenmöglichkeiten, im zweiten Jahresquartal aber die meisten Termine hatten, mussten wir uns auf Kyrie und Gloria beschränken. Wir begleiteten die Aussetzung mit „O salutaris hostia“ aus dem Hymnus von Thomas von Aquin. Organist war, zum ersten Mal an der Orgel in Ohlsbach, der talentierte Felix Fischer aus Schutterwald. Sehr gerne wieder, Felix!

Pfingsten – Veni creator spiritus

Mit „Komm, heiliger Geist“ und dem lateinischen Hymnus „Veni creator spiritus“ baten wir den heiligen Geist zu uns und insbesondere zu den furchtbaren, bedrückenden Krisen in der Welt, wohlwissend, was Paulus gesagt hat: „Der Geist weht, wo er will“. Wir beschlossen die Pfingstfeier mit einem „Ubi caritas“ und freuten uns sehr über die Begleitung von Max Hoferer an der Orgel!

Ostern

Nach über zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen konnten wir Anfang April aufatmen. Wir durften wieder in großer Runde proben und feierten das Osterfest mit dem Kyrie und dem Sanctus aus Hasslers Missa Secunda, einem Agnus von Gregor Linßen („Lamm Gottes“) und Osterliedern. Organist war – immer willkommen – Max Hoferer.

Die Coronazeit

(Januar 2020 bis April 2022)

„Die Chöre leiden unter der Pandemie“ schrieb der Bayerische Rundfunk schon im Mai 2021 und berief sich dabei auf eine Studie der Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihr wurden über 4000 Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Das Ergebnis sei erschreckend: Mehr als die Hälfte aller befragten Chöre befürchte, nach der Pandemie „nicht wieder auf die frühere Besetzungsstärke zurückzukommen“. (—>)

Ab Januar 2020 wurde ein neuartiges Coronavirus bekannt, das sich weltweit schnell verbreitete. Im Verlauf des Frühjahres kam es zu immer strengeren Einschränkungen, die auch Probenarbeit und Auftritte von Chören betraf. Dies zog sich mit leichten Entlastungen in den Sommermonaten bis ins Frühjahr 2022. In dieser Zeit hielten wir uns an die Regeln der Erzdiözese Freiburg und probten, wenn überhaupt, nur in einer kleinen Gruppe, die die Messen an den kirchlichen Feiertagen Ostern, Pfingsten, Trinitatis, Allerheiligen und Weihnachten mitgestaltete.

Aus einem Vorstandsbrief vom Mai 2020 an die Chormitglieder: „…Wir hatten uns wieder allerhand vorgenommen. Noch einige anstrengende Proben hatten wir vor uns, aber dann hätten wir sicher schöne Messen von Mozart, Ramirez und Diabelli gesungen. Und dabei wieder einen kleinen Meilenstein ins Jahrbuch des Kirchenchores Ohlsbach geschrieben. Nun hat die Geschichte ihre eigenen Regeln und uns alle auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein mikroskopisch kleiner Virus hat unsere doch so moderne Welt in ihre Grenzen gewiesen und das Leben, so wie wir es kennen, vorübergehend zum Erliegen gebracht….“

Anfang April 2022 entfielen die meisten Corona-Regeln. Seither sind Proben und Auftritte mit freiwilligen Vorsichtsmaßnahmen ohne größere Einschränkungen möglich. Wir sind zwar noch nicht vollzählig, aber sehr erleichtert, dass die allermeisten Chormitglieder nach wie vor gerne in die Probe kommen und sich außerordentlich freuen, wieder gemeinsam singen zu dürfen. Somit kann es in den Ankündigungen des „Ohlsbacher Blättli“ an kirchlichen Feiertagen weiterhin heißen: „Mitgestaltet vom Kirchenchor“.

Cäcilienfeier und Jahresversammlung 2019

Die Heilige Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik. In seinem Grußwort betonte Pfarrer Schmidt, wie wichtig Gedenktage seien zum Innehalten gerade auch vor Beginn des neuen Kirchenjahres. Er dankte dem Kirchenchor für seine Arbeit mit den Worten Herrmann Hesses  „Ach, was wäre unsere Welt ohne Musik“ . Immer wieder könne man erfahren, wie Musik die tieferen Schichten im Menschen anrühre.Der Chorleiter Konstantin Bläsi schloss sich dem Dank an und wies auf Höhepunkte im  Programm für das neuen Jahr hin: Die  Wiederholung der Aufführung Missa-Criolla  in Ichenheim am 24.5.20120 und die Diabelli-Messe beim Patrozinium 2020, sowie die Teilnahme am Diözesan-Kirchentag am 4.7.2020. Einen Vorstand und einen Chorleiter, der in der Kirchengemeinde präsent ist, und Chormitglieder, die gerne zu Probe kommen und sich selbstbewusst darüber freuen, dass sie immer wieder über sich selbst hinauswachsen, wünschte sich der Vorsitzende Harald Möschle  in seiner Ansprache.

Von links: Hubert Lienhard, Monika Stecher-Bartscher, Engelbert Möschle, Harald Möschle, Walter Bläsi, Erwin Schmidt

In diesem Jahr gab es Ehrungen für besonders lange Mitgliedschaften. So wurde Frau Monika Stecher-Bartscher für 40 Jahre, Herr Engelbert Möschle für 60 Jahre, Herr Walter Bläsi für 65 Jahre und Herr Hubert Lienhard für sage und schreibe 70 Jahre Mitgliedschaft in einem Kirchenchor ausgezeichnet.
(Regina Törnig-Grohe)

Matinee in der Seniorenresidenz Kinzigtal

Am Sonntag, den 17.11.2019, waren im großen Saal der Seniorenresidenz fröhliche und besinnliche Melodien zu hören. „Ein buntes Potpourri“ – so war das Konzert überschrieben, und bunt war es wirklich, was der Kirchenchor zu Gehör brachte.  Von „Sonne im Herzen“ und  „Glück und Segen“ wurde gesungen, und  viel  Lobgesang auf Gott und seine Schöpfung war zu hören.  Aber auch Volkslieder  waren im Repertoire und viele der Bewohner der Seniorenresidenz ließen es sich nicht nehmen, bei der „Mühle im Schwarzwäldertal“  oder dem Badnerlied kräftig mitzusingen. Die Matinee war ein musikalisches Erlebnis für die Bewohner, aber auch für die Besucher.
(Regina Törnig-Grohe)

Vorstandswahlen

Am 16.10.2019 fanden die Vorstandswahlen beim Kirchenchor Ohlsbach statt. Der alte Vorstand wurde einstimmig im Amt bestätigt: Vorsitzender ist Harald Möschle, Kassenwartin ist Birgit Näger und Schriftführerin Regina Törnig-Grohe. Als Stimmensprecher in ihrem Amt bestätigt wurden Elisabeth Horn für den Sopran, Anneliese Brähler für den Alt, Karl Hoferer für den Tenor und Chris Derdau für den Bass. Stellvertretende Vorsitzende ist Notenwartin Sandra Hoferer.

Vorstandswahl 2019
von links: Regina Törnig-Grohe, Karl Hoferer, Sandra Hoferer, Birgit Näger, Anneliese Brähler, Chris Derdau, Elisabeth Horn, Harald Möschle, Konstantin Bläsi, Pfarrer Erwin Schmidt

Die Wahl wurde durchgeführt vom Präses, Herrn Pfarrer Erwin Schmidt. In seiner Ansprache dankte er dem alten und neuen Vorstand; es sei schön, dass sich immer wieder Menschen fänden, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Der Vorsitzende Harald Möschle wiederum dankte dem Präses für die Durchführung der Wahl, den Vorstandsmitgliedern für die Bereitschaft zur Kandidatur und dem Chor für das entgegengebrachte Vertrauen.
(Regina Törnig-Grohe)

Trinitatis – The Latin Jazz Mass

So vielfältig wie der dreieinige Gott, so vielfältig sind die Formen, ihn zu loben. Mit diesem Gedanken führte Pfarrer Erwin Schmidt  am 16.6.2019 in den Patroziniumsgottesdienst ein. Ein wichtiger Teil dieses vielfältigen Lobes war die Musik der „Latin Jazz Mass“ des Schweizer Kirchenmusikers Martin Völlinger.

Trinitatis 2019

Unter der Leitung von Konstatin Bläsi sang der Kirchenchor Ohlsbach diese Messe mit lateinamerikanisch anmutender Begeisterung. Unterstützt wurde er von einer tollen Begleitband:  Markus Mayer am Schlagzeug, Raphael Lott am Piano, Ulrich Nachtrodt am Kontrabass und Hannah Koob am Saxophon vermittelten die lateinamerikanischen Klänge und Rhythmen gleichzeitig gefühl- und schwungvoll: das Kyrie und das Sanctus im Salsa-Stil, ein Samba-Gloria und ein Rumba- Agnus Dei, dazu ein Halleluja und ein „Lied der Freude über Gott“ mit Gospel- und Popanklängen.  Der Applaus zeigte, dass die Musik auch bei den Gottesdienstbesuchern gut ankam.
(Regina Törnig-Grohe)

Jahresversammlung

Am 23.11.2018 fand die Cäcilienfeier des Kirchenchors Ohlsbach statt, die gleichzeitig die Jahreshauptversammlung des Chores ist. Nach der Mitgestaltung des Gottesdienstes und einem vorzüglichen Abendessen, zu dem das Goldpaar Bruder eingeladen hatte, begann die  Versammlung mit einem Grußwort des neuen Pfarrers  Erwin Schmidt,  der dem Chor mit freundlichen Worten für seine Arbeit dankte und mit sehr humorvollen Beiträgen spontan die Zuhörer für sich einnahm. Geehrt wurden in diesem Jahr Monika Näger für 60-jährige, Waltraud Wehrle und Bernd Fässler für 40-jährige Chormitgliedschaft. Außerdem wurden Hans und  Rosi Seger und Regina Törnig-Grohe für 10-jährige Mitgliedschaft geehrt. Nach der Entlastung der Kassenwartin Birgit Näger folgte der Jahresrückblick, dessen Höhepunkt ein Film  von Hans Seger über den diesjährigen Ausflug des Chors auf den Spuren des Bruders Klaus nach Flüeli war.

Von links: Waltraud Wehrle, Hans Seger, Rosi Seger, Harald Möschle, Regina Törnig-Grohe, Bernd Fässler, Monika Näger, Pfarrer Erwin Schmidt

In seiner Ansprache drückte  Chorleiter Konstantin Bläsi den Wunsch nach mehr Nachwuchs aus und schlug vor, einen Stimmbildner für den Chor zu engagieren. Bei den Projekten  für das nächste Jahr nannte er vor allem die Latin Jazz Mass von Martin Völlinger, die auch geeignet sei, junge Sänger zu motivieren.

Das Thema der Ansprache des Vorsitzenden Harald Möschle war der Dank  in vielfältiger Form: dem Chorleiter, den Stimmsprechern, der Notenwartin, dem Vorstand und allen, die dazu beitragen, das Chorleben zu fördern und zu gestalten.
(Regina Törnig-Grohe)

Auf den Spuren von Nikolaus von der Flühe

Am Wochenende vom 16./17.Juni war der Kirchenchor auf den „Spuren des Bruder Klaus“ in Flüeli unterwegs. Schon morgens schien die Sonne verheißungsvoll, und so startete man bester Laune und in den sicheren Händen des Busfahrers Waldemar in Richtung Schweiz. Ein kleines Sektfrühstück unterwegs  brachte den Kreislauf in Schwung, und so konnten alle in der Mittagspause in Engelberg die wunderbare Bergwelt und die prächtige Klosteranlage genießen.

Angekommen in Flüeli  waren die Zimmer im Klausenhof schnell bezogen und man traf sich zur Führung auf den Spuren des Bruder Klaus. Mit der Besichtigung des Geburtshauses, des späteren Wohnhauses und der Einsiedlerklause in der Ranftschlucht verbunden waren viele interessante Informationen:  hier in authentischer Umgebung konnte man sich gut vorstellen, wie Klaus von der Flühe zunächst 20 Jahre mit seiner Ehefrau Dorothea und den zehn Kindern als Bauer gelebt hatte, bevor er sich mit dem Einverständnis seiner Frau mit 50 Jahren als Einsiedler  in die Klause zurückzog. Viele wundersame und wunderbare Geschichten wussten die beiden Führer zu berichten, so dass ein lebendiger Eindruck entstand von dem Mystiker und Einsiedler, der trotz (oder wegen) seines zurückgezogenen Lebens ein gefragter Ratgeber und Friedensstifter war.  Ein weiterer Höhepunkt des Ausflugs war die Mitgestaltung des Gottesdienstes in der Pfarrkirche in Sachseln, unterhalb von Flüeli gelegen.  Der Chor wurde sehr freundlich aufgenommen und es war eine Freude, von der hohen Empore aus so schöne Lieder wie das „Jubilate Deo“ oder das „Mein Herr und mein Gott“ des Bruder Klaus zu singen.

Die Rückfahrt  führte über die Schaffhausener Rheinfälle. Und weil einige weibliche Chormitglieder mit ihrem fröhlich und mitreißend gesungenen Rheinfalllied den Bootsführer bezirzten, machte der noch eine Extrarunde durch die Gischt der Wasserfälle – ein wirklich erfrischendes Erlebnis. Den Abschluss bildete dann das Abendessen in froher Runde im Gasthaus Kinzigstrand. Ein ereignisreicher Ausflug mit vielen Eindrücken, Anregungen und viel Geselligkeit ging damit zu Ende.
(Regina Törnig-Grohe)

Trinitatis – „Die Hoffnung auf eine bessere Welt“

Anlässlich des Patroziniums am 27.5.2018 sang der Kirchenchor Ohlsbach zusammen mit dem Tenor Max Friedrich Schäffer und der Grupo Maíz unter der Leitung von Konstantin Bläsi  im Gottesdienst um 9.30 Uhr die Misa Criolla, eine Messe des argentinischen Pianisten und Komponisten Ariel  Ramirez. Ramirez komponierte die Messe in den Jahren 1962 und 1964, in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zum einen war es sein Anliegen, ein religiöses Werk zu komponieren, das die Hoffnung der Menschheit auf eine bessere Welt ausdrückt. Zum anderen wollte er mit dem Werk  zwei Würzburger Ordensfrauen danken, bei denen er während  seiner Wanderjahre durch Europa kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs gewohnt hatte. Der Komponist verbindet Texte der spanischen Messliturgie mit verschiedenen Rhythmen aus der Andenregion, hauptsächlich Argentiniens.

La misa criolla  (die kreolische Messe) setzt sich aus fünf Teilen zusammen:
dem Kyrie mit dem Rhythmus Vidala, der typisch für den Norden Argentiniens ist,
dem Gloria im beliebten Rhythmus des Carnavalito,  den schon die Inkas tanzten,
dem Credo  mit dem Rhythmus der Chacarera, typisch für die Region von  Santiago del Estero,
dem Sanctus, beeinflusst durch Tänze aus Peru, Bolivien und Paraguay,
schließlich dem Agnus Dei, das an die langsamen, traurigen Lieder  der Gauchos in der Pampa erinnert.

Die Gottesdienstbesucher durften sich auf eine Messe mit viel „Herz“ freuen.
Regina Törnig-Grohe


Außergewöhnliche Aufnahmen der Misa Criolla:
Aufnahme aus dem Vatikan vom 12. Dezember 2014 mit Patricia Sosa und Facundo Ramirez —>
UCLA University Chorus, Chamber Singers & Guitar Ensemble —>

Jahresversammlung – Die Seele sitzt in der Kehle

Nach der Mitgestaltung des Freitagabendgottesdienstes zu Ehren der Heiligen Cäcilia durch den Kirchenchor fand am 24.11. 2017 die Jahreshauptversammlung im Bruder Klausen Haus  statt. In seinem Grußwort  dankte Pfarrer Dr.Würtz dem Chor für seine Arbeit und betonte, dass er seinem Nachfolger den Kirchenchor mit seinen ca. 40 Mitgliedern als einen „richtigen“ Kirchenchor mit guten Gesangsqualitäten empfehlen konnte.

von links: Elisabeth Bruder, Marita Wußler-Horn, Ulrike Düring, Harald Möschle, Pfarrer Dr. Würtz

Auch dieses Jahr gab es wieder  Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft:  für  40-jährige Mitgliedschaft wurden Elisabeth Bruder und Marita Wußler-Horn gehrt, für 10-jährige Mitgliedschaft  Ulrike Düring und Harald Möschle. Nach dem Kassenbericht durch die Kassenwartin  Birgit Näger und den Jahresrückblick, der die vielfältigen Aktivitäten des Chors im vergangenen Jahr vergegenwärtigte, folgte die Rede des Chorleiters Konstantin Bläsi. Er ermutigte den Chor sich der Vielfalt der geistigen Musik zu öffnen und auch fremdsprachlicher  Musik mit Freude zu begegnen. Die im nächsten Jahr aufzuführende  argentinische Messe „Misa Criolla“ werde ein überzeugendes Beispiel solcher Musik sein. In seinem Schlusswort dankte der Vorsitzende Harald Möschle allen Chorsängerinnen und Sängern. Mit einem Zitat des Diözesanpräses Pfarrer Wolfgang Gaber legte er allen ans Herz, die Kirchenmusik weiter mit Inbrunst zu pflegen:  „Die Seele sitzt in der Kehle“. (Regina Törnig-Grohe)

Titularfest mit Mozarts Orgelsolomesse

„Für die Gesangsstrahlen im Kircheninneren sorgte Dirigent Konstantin Bläsi mit seinem Kirchenchor sowie Gesangssolisten und einem Streicherensemble der Musikhochschule Freiburg. Die Aufführung der Orgelsolomesse Missa Brevis in C-Dur von W. A. Mozart führte mehr als einmal zu strahlend zur Empore aufblickenden Gesichtern“ schrieb Erich Fakler im Offenburger Tageblatt. Zum gesamten Artikel —>

Bild: Offenburger Tageblatt

Jahresversammlung – Gott im Lied loben

Am Freitag, den 18.11. fand die Jahresversammlung des Chors statt. In seinem Grußwort dankte Kaplan Pater Mandy dem Chor: Gott im Lied zu loben, das sei Gottesdienst. Singen sei eine schöne Gabe, bei der Geist und Seele mitschwingen müssen. Für 10 Jahre Mitgliedschaft im Kirchenchor Ohlsbach wurden Anneliese Brähler, Kurt Nitt und Hildegard Roesner geehrt.

Die Geehrten
Im Bild von links: Vorsitzender Harald Möschle, Hildegard Roesner, Kurt Nitt, Anneliese Brähler, Pater Josef Mandy (Foto: Ralf Buser)

Es folgten der Kassenbericht, die Entlastung der Kassenwartin und der Jahresbericht, in dem wieder einmal deutlich wurde, wie vielfältig das musikalische Repertoire des Chores und das Chorleben mit seinen Festen und Ausflügen auch im Jahr 2016 war.

In seiner Ansprache lobte der Chorleiter Konstantin Bläsi den Chor, der sich auch anspruchsvollen Aufgaben stelle und bei dem er nie das Gefühl haben müsse, dass etwas gar nicht gelingen könne. Er verwies auch darauf, wie wichtig es sei, dass der Chorgesang immer wieder von Pfarrer und Gemeinde gewürdigt werde. Langes Klatschen am Ende eines Gottesdienstes sei deshalb nicht störend, sondern eine willkommene Anerkennung. Als Aufgabe der nächsten Jahre benannte er die Verjüngung des Chores.  In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig, Literatur zu singen, die auch junge Sänger anspreche.

Der Vorsitzende Harald Möschle griff dieses Anliegen auf und schlug vor, eine Gruppe zu bilden, die sich die Werbung neuer Mitglieder zur Aufgabe macht.  Er wies auf die Projekte des kommenden Jahres hin, dessen Höhepunkt die Aufführung der Missa Criolla am Bruder Klausen-Fest sein werde. Er appellierte an den Chor, wieder näher zusammenzurücken. Jeder Einzelne sei wichtig und wenn es allen gut gehe im Chor, dann habe der Kirchenchor Ohlsbach auch eine Zukunft.
(Regina Törnig-Grohe)

Zwei Ufer, eine Quelle – Jumelage in Boersch

Wenn man bei der Ohlsbacher Kapelle „Maria im Weinberg“ den Blick nach Westen richtet, sieht man am Horizont die geologischen Geschwister des Schwarzwalds, die Vogesen. Manchmal in Wolken verborgen, manchmal im Dunst nur schemenhaft angedeutet, zuweilen aber so klar, dass man die einzelnen Dörfer in den Rebbergen erkennen kann. An manchen Abenden stellt die untergehende Sonne die Vogesen  in eine magische Kulisse.
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So, wie die beiden Höhenzüge Geschwister sind, so sind es auch die Landschaften auf beiden Seiten des Oberrheins und in gewisser Weise auch die Menschen. Dies beweisen die zahlreichen Partnerschaften, die nach Beginn der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich unter elsässischen und badischen Gemeinden geschlossen wurden. Auch wenn inzwischen die Euphorie des Anfangs einer routinierten Selbstverständlichkeit gewichen ist: In Zeiten, in denen die Bereitschaft zur Einheit in Europa eher ab- als zunimmt, sind auch kleine Zeichen der Verbundenheit von großer Bedeutung. 

Die Partnerschaft zwischen Ohlsbach und Boersch wurde vor 25 Jahren ins Leben gerufen und ist bis heute lebendig. Die beiden Gemeinden aus den Vorbergzonen des Schwarzwalds und der Vogesen haben – wie die Landschaften östlich und westlich des Rheins – sowohl wohltuende Gemeinsamkeiten wie auch interessante Unterschiede und passen vorzüglich zusammen. Jubiläen sind eine gute Gelegenheit, bestehende Bande zu stärken. Nach der Partnerschaftsfeier in Ohlsbach am 3. Juli feierte Borsch die „Jumelage“ am 25. September und begann diesen Tag mit einer feierlichen Messe in der Pfarrkirche. Unter der Leitung von Monsieur Bernhard sangen wir gemeinsam mit dem Boerscher Chor Lieder in französischer und deutscher Sprache. Einen herzlichen Dank für die Einladung und die eindrucksvolle Feier!

Vorstandswahl

Turnusgemäß nach zwei Jahren führte der Chor die Vorstandswahlen durch. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder mit Ausnahme von Anne Najderek standen erneut zur Verfügung und wurden per Akklamation einstimmig gewählt.  Neu und ebenfalls einstimmig kam Regina Törnig-Grohe als Schriftführerin ins Gremium.

Pfarrer Würtz dankte Chor, Chorleiter und Vorstand für das Engagement in den beiden vergangenen Jahren herzlich. Er wünschte weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Musizieren und Singen und dem neuen Vorstand ein allseits gutes Gelingen. Harald Möschle dankte dem Chorleiter Konstantin Bläsi für seinen Einsatz.

Vorstandswahl
Von links: Regina Törnig-Grohe, Schriftführerin  • Konstantin Bläsi, Chorleiter  • Sandra Hoferer, stellvertretende Vorsitzende, Notenwartin  • Harald Möschle, Vorsitzender  • Elisabeth Horn, Stimmensprecherin Sopran  • Dr. Christian Würtz, Leiter der Seelsorgeeinheit, Chorpräses  •  Birgit Näger, Kassenwartin  • Chris Derdau, Stimmensprecher Bass  • Annelise Brähler, Stimmensprecherin Alt  • Karl Hoferer, Stimmensprecher Tenor

Eine Rarität aus Böhmen zum Pfarrfest

„Während in der Geschichtsschreibung große Ereignisse und bedeutende Namen exakt notiert und entsprechend gewürdigt werden, verbleiben allzu viele vermeintlich nebensächliche in der ungenannten und meist unbekannten Kulisse“, notierte der frühere Ohlsbacher Chorleiter Werner Schaub in einer Chorchronik.

Pfarrfest 2016Zum zweihundertsten Todestag von Jan Antonín Koželuh (1738 bis 1814) erschien bei Radio Prag in der Reihe „Meister böhmischer Kirchenmusik“ eine kleine Erinnerung an diesen fast in Vergessenheit geratenen Komponisten, der die Kirchenmusik eindrucksvoll bereicherte.

Dort heißt es: „Jan Antonín Koželuh ist eigentlich der Unbekanntere der beiden Komponisten mit demselben Nachnamen. Bis heute steht er im Schatten seines Cousins Leopold, den er zu allem Überfluss zeitweise auch noch unterrichtet hat. Geboren werden beide im mittelböhmischen Ort Velvary / Welwarn. Jan Antonín Koželuh kommt dort 1738 zur Welt. Danach geht er auf eine Jesuitenschule, beginnt aber später in Prag ein Musikstudium mit Schwerpunkt polyphone Komposition. Ab 1763 setzt er seine musikalische Ausbildung in Wien fort, unter anderem beim bedeutenden Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck. Als er danach an die Moldau zurückkommt, schreibt Koželuh die Oper „Alessandro nell´Indie“- diese hat 1769 Premiere und wird unter anderem auch im Ständetheater aufgeführt. (…) Im Jahr 1787 erhält Jan Antonín Koželuh ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann und will: Er wird Kapellmeister im Prager Veitsdom. Das bleibt er bis zu seinem Tod am 3. Februar 1814. In seiner neuen Stellung konzentriert sich der Komponist nur noch auf Kirchenmusik, und das aber mit ausgesprochen viel Erfolg. Sein Hauptwerk – die erwähnte Missa pastoralis in D-Dur – schreibt Koželuh mit 66 Jahren und legt all seine Erfahrung und künstlerisches Wissen in die Musik.

Sie finden den Artikel von Radio Prag zusammen mit einem eindrucksvollen Audiobeitrag  über Koželuhs Leben und seine Werke unter —>

In einer feierlichen Messe zu Trinitatis – gleichzeitig das Titularfest der Ohlsbacher Pfarrkirche – haben wir mit seiner „Missa pastoralis in D-Dur“ an diesen Komponisten erinnert und freuten uns zusammen mit den Solistinnen und Solisten, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten und Max Hoferer an der Orgel über alle, die diese Messe mit uns feierten.

Auszüge:

2. Sonate – Allegro Maestoso Felix Mendelssohn Batholdy / Max Hoferer  •  Kyrie Jan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten GloriaJan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten Credo Jan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten Sanctus • Jan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten Benedictus • Jan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten Agnus Jan Antonin Koželuh / Chor, Solisten, Instrumentalisten Symphonie No. 3, I. Allegro maestosoLouis Vierne / Max Hoferer

Jahresversammlung

Am Freitag, den 20.11.2015 fand die Jahresversammlung des Kirchenchors Ohlsbach statt. Die um den Namenstag der heiligen Cäcilia stattfindende Feier begann mit einem Gottesdienst mit Pater Josef Mandy, den der Kirchenchor Ohlsbach mitgestaltete. An der Orgel begleitete Max Hoferer.

In der anschließenden Chorversammlung begrüßte Vorstand Harald Möschle die Anwesenden, unter anderem Pfarrer Dr. Christian Würtz, Pater Josef Mandy sowie die ehemaligen Chorsängerinnen und Sänger. Wie immer begann die Jahresversammlung mit einem gemeinsamen Abendessen, in dessen Anschluss  Kassenwartin Birgit Näger entlastet wurde. Präses Dr. Christian Würtz dankte in seiner Ansprache dem Chor für seine zahlreichen Einsätze und erinnerte als besondere „Highlights“ an das gelungene Pfarrfest im Mai und an das wieder ins Leben gerufene Bruder-Klausen-Fest im September diesen Jahres. Pfarrer Dr. Würtz freute sich über die Spende des Kirchenchores an die Pfarrgemeinde über 200 EUR für das Bruder-Klausen-Haus aus den Erlösen des Bruder-Klausen-Festes.

Die jährlichen Ehrungen nahm Vorstand Harald Möschle vor. Geehrt wurden Ralf Buser für seine 10-jährige sowie Gerhard Bruder, Bernd Stecher und Bernd Walter für ihre 25-jährige Chormitgliedschaft.  Präses Dr. Christian Würtz überreichte den Jubilaren Urkunden und kleine Präsente und verlas die Urkunde von Diözesanpräses Wolfgang Gaber für die 25-jährige Chormitgliedschaft. Otto Spitzmüller wurde danach für seine außergewöhnliche 70-jährige Chormitgliedschaft gesondert geehrt und gleichzeitig zum Ende seiner nun aktiven Zeit mit einem kleinen Präsent verabschiedet. Dr. Würtz und Harald Möschle dankten ihm herzlich für diese lange aktive Sängerschaft, wobei Vorstand Möschle ausdrücklich auf die stets offenen Türen des Chores hinwies.

Jahresversammlung 2015
Die Geehrten zusammen mit dem Vorsitzenden Harald Möschle (links) und Pfarrer Dr. Christian Würtz (rechts): Ralf Buser, Bernd Walter, Bernd Stecher, Gerhard Bruder, Otto Spitzmüller

Im Jahresrückblick erinnerte Anne Najderek an die regulären, festlichen, freudigen, aber auch besinnlichen Augenblicke des vergangenen Chorjahres. Hierbei wurde deutlich, dass der Kirchenchor eine herzliche musikverbundene Gemeinschaft ist, die neben der regelmäßigen Gottesdienstgestaltung auch besondere Anlässe des Kirchenjahres und Lebens begleitet. Auch regelmäßige Ausflüge sowie Abende des gemütlichen Beisammenseins gehören untrennbar zu dieser Gemeinschaft. Konstantin Bläsi lobte den Chor für sein Engagement und die Offenheit für neue Herausforderungen. In seinem Ausblick für das kommende Chorjahr verwies er auf eine für das nächste Pfarrfest angedachte Messe des böhmischen Komponisten Koželuh sowie auf das in 2017 angedachte Projekt der Misa Criolla des südamerikanischen Komponisten Ramirez. Neben diesen neuen Herausforderungen versprach er dem Chor aber auch das vertiefte Bearbeiten bereits bekannter Werke sowie eine verstärkte Beachtung modernerer Chorliteratur, die insbesondere Nachwuchssänger locken soll. Gleichzeitig verwies er wie immer auf ein entscheidendes Erfolgsmerkmal der Probenarbeit: zuverlässige Probenbesuche und konzentrierte Mitarbeit. Harald Möschle rundete in seiner Abschlussrede das Programm ab und verwies auf die vielen, auch mentalen Herausforderungen, denen sich der Chor zu stellen hatte und gab einen Ausblick auf das neue Chorjahr sowie auf anstehende Veränderungen. Er dankte allen „stillen“ Mitwirkenden, die über das Jahr hinweg ihren wertvollen Beitrag leisteten und freute sich, dass im vergangenen Jahr wieder Neuzugänge im Chor zu verzeichnen waren.

Der Abend verlief mit vielen Gesprächen und Frohsinn. Es wäre schön, wenn der Chor noch weitere Sängerinnen und Sänger begrüßen dürfte. Wann? Immer mittwochs ab 19:30 Uhr, ab April 20:00 Uhr. Schauen Sie doch mal vorbei!
(Dr. Anne Najderek)

Dekanatschortag

„Wow“ entfuhr es Emerich Sumser nach den letzten Klängen des Einzugsliedes „Jauchzet freudig“. Der Leiter der Seelsorgeeinheit Schutterwald-Neuried-Hohberg begrüßte  die Sängerinnen und Sänger aus Chören des Dekanats Offenburg, die in der Schutterwälder Pfarrkirche St. Jakobus zum diesjährigen Dekanatschorsingen zusammengekommen waren. Tatsächlich ist eine solche Klangfülle nur noch selten in einer Kirche zu hören. Sie wird in Zukunft noch seltener, damit aber auch kostbarer. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er an Zeiten, „in denen noch jeder einzelne Kirchenchor so viele Mitglieder hatte“. Er begrüßte herzlich Dekan Matthias Bürkle und Dekanatspräses Frank Maier, die mit ihm zusammen die Messe zelebrierten.

Dekanatschortag Schutterwald

Frank Maier erinnerte in seiner beeindruckenden Ansprache an den Ursprung der Musik: Die Geräusche der Natur, das Heulen der Winde, das Rauschen der Flüsse, Wispern und Raunen der Bäume, und schließlich der Gesang der Vögel gäben uns eine großartige Vorlage zur Entfaltung der eigenen Stimme. Somit sei Gesang ein Urbedürfnis des Menschen und der stärkste Ausdruck seines inneren Erlebens und Fühlens, stärker als die Sprache und andere Ausdrucksmöglichkeiten. Es komme damit nicht von ungefähr, dass in allen Religionen der Gesang als beste Möglichkeit für den Ausdruck religiösen Empfindens gilt.

Dekan Matthias Bürkle bedankte sich zum Ende des Gottesdienstes bei allen, die an diesem schönen Herbstsonntag nach Schutterwald gekommen waren, bei den Organisatoren des Treffens und bei allen Chorleiterinnen und Chorleitern für ihre Arbeit an der nicht ganz einfachen Aufgabe, die Kirchenchöre des Dekanats lebendig zu erhalten.

Organist war Matthias Degott.

Liedfolge:

Jauchzet freudig Charles Stanford / Matthias Degott, Dirigent: Stefan Meier  •  Herr, erbarme Dich Kantor: Winfried Walter, Dirigent: Stefan Meier Und Friede auf ErdenJ.P. Lécot / Hirt / Meuser, Dirigent: Winfried Oelbe Laudate onmes gentes Jaques Berthier / Matthias Kreuels, Dirigent: Josef Bürkle Halleluja Colin Mawby, Dirigent: Stefan Meier Herr, wir bringen in Brot und WeinOosterhuis / Offele, Dirigent: Konstantin Bläsi Heilig ist der Herr Satz: Mathias Degott, Dirigent: David Kiefer Da berühren sich Himmel und ErdeThomas Laubach / Christoph Lehmann, Dirigent: Winfried Oelbe Ubi caritas Audrey Snyder, Dirigent: Simon Meder Großer Gott Satz N. Schmid, Dirigentin: Ágnes Bánrévy  Maria Himmelskönigin Franz Philipp, Dirigent: Helmut Glatt


Auszüge:

Bruder-Klausenfest

Nikolaus von der Flüe

Über ein gut gefülltes Gemeindehaus freute sich der Kirchenchor Ohlsbach am vergangenen Sonntag bei der Ausrichtung des Bruder-Klausen-Festes in Gedenken an den Schweizer Einsiedler und Friedensstifter Nikolaus von der Flüe (1417-1487), der unter dem Namen Bruder Klaus zum Vorbild vieler Menschen wurde.

Bereits im Gottesdienst, den der Kirchenchor Ohlsbach mit einem Ausschnitt aus seinem bunten Repertoire mitgestaltete, gedachte Pfarrer Dr. Christian Würz dem außergewöhnlichen Seelsorger und Ratgeber. Eindrucksvoll wirkte an diesem Tag nicht nur der von Matthias Degott gesetzte Chorsatz zu den Worten „Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert an dir“, die Nikolaus von der Flüe zugeschrieben werden. An der Orgel begleitete Max Hoferer den Gottesdienst. Im Gottesdienst stellte sich noch das Gemeindeteam vor, dem Marissa Benz, Laura Möschle, Sonja Basler, Birgit Näger, Hubert Brüderle, Arthur Wehrle, Nikolaus Engert, Jürgen Buchholz sowie Achim Schell angehören.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Kirchenchor zum Mittagessen sowie zu einem reichhaltigen Kuchenbuffet mit Kaffee ein. Das Angebot wurde rege angenommen und es wurde ein schönes Fest mit gemütlichem Beisammensein. Nicht nur Pfarrer Würz freute sich darüber, dass der Kirchenchor diese alte Tradition wieder aufleben lasse und so Bruder Klaus gedacht werde. Auch Vorstandsvorsitzender Harald Möschle und Kirchenchorleiter Konstantin Bläsi freuten sich über die positive Resonanz, die das Aufleben der alten Ohlsbacher Tradition erhielt. Wir danken allen Mitwirkenden und Helfern. (Harald Möschle, Vorstand)

Ausflug – Auf den Spuren der Natur

Wussten Sie, woran man ein Insekt erkennt? … dass eine Ameisenkönigin – je nach Art – auch mal 20 Jahre alt werden kann? … dass ein Straußenei 42 Tage bebrütet wird und ein Straußenbaby wie ein Igel aussieht? Diese und viele Informationen mehr erhielten die Mitglieder des Kirchenchors Ohlsbach am 13. Juni bei ihrem diesjährigen Ausflug. Zunächst stand eine Führung im Naturkundemuseum in Karlsruhe an, bei der die ca. 45 Teilnehmer spannende Informationen zu Steinen, Tieren oder Insekten bekamen.

Vor dem Naturkundemuseum

Nach noch etwas freier Zeit, die viele Kinder im Vivarium verbrachten, ging es weiter nach Rülzheim in die Straußenfarm zum Mittagessen. Am Nachmittag begleitete Vogel Strauß die Sänger bei der Führung, die vom frisch geschlüpften Küken bis zum stolzen Hahn reichte. Zum großen Glück der Kinder sollten am Wochenende ca. 50 Straußenküken schlüpfen. Eines entschloss sich dazu, den Besuch des Chores hierfür zum Anlass zu nehmen, was mit viel „ohh“ und „süüüüüüüüß“ begleitet wurde.

Fenster der Autobahnkirche Baden-BadenFenster der Autobahnkirche St. Christopherus, Baden-Baden
Auf dem Heimweg machte der Chor noch eine besinnliche und sängerische Pause in der Autobahnkirche in Baden-Baden. Der schöne Ausflug ging mit der Heimkehr gegen 19 Uhr am Boerscher Platz zu Ende, wobei eine kleine Gruppe sich zum entspannten Tagesausklang noch am Minigolfplatz traf. Der Kirchenchor freute sich dieses Jahr besonders auch darüber, dass wieder viele Kinder, aber auch Ehemalige dabei sein konnten. Es war wieder ein sehr gelungener Ausflug! Danke an alle, die dabei waren! (Dr. Anne Najderek)

„Sancti Hieronymi“ am Pfarrfest

Zum Titularfest unserer Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit trafen wir einen Bekannten: Michael Haydn, ein Zeitgenosse Mozarts und Zeit seines musikalischen Werkens in Salzburg tätig. Die Bedeutung seines älteren Bruders war ihm möglicherweise Ansporn zu ganz besonderen Werken, zu denen auch die „Missa Sancti Hieronymi“ zählt, ein höchst interessantes und unkonventionelles Werk, ausschließlich mit Bläsern instrumentiert.

Pfarrfest

Wir sangen die „Missa Sancti Hieronymi“ zum Pfarrfest und wurden begleitet von Max Hoferer (Orgel), Ágnes Bánrévy, Antoine Cottinet, Anastasia Hotuljova und Jonas Rettig (Oboe), Xenia Petersen und Johannes Kurz (Fagott),  Bernd Walter, Stefan Ritter und Dietmar Pfeiffer (Posaune) sowie den Solistinnen und Solisten  Birgit Näger (Sopran), Dr. Anne Najderek (Alt), Karl Hoferer und Bernd Fäßler (Tenor) und  Matthias Schadock (Bass).

Jahresversammlung 2014

Die üblicherweise am Namenstag der heiligen Cäcilia stattfindende Chorversammlung wurde aufgrund des Kirchenchorkonzerts im Dezember 2014 ausnahmsweise von November auf Januar verschoben.

Der Chor gestaltete den Abendgottesdienst u. a. mit einem englischen Gospel mit. In der anschließenden Chorversammlung begrüßte Vorstand Harald Möschle die Anwesenden, unter anderem Pfarrer Dr. Christian Würtz, Pater Josef Mandy sowie die ehemaligen Chorsängerinnen und Sänger. Wie immer begann die Jahresversammlung mit einem gemeinsamen Abendessen, in dessen Anschluss  der Chor die jährlichen Ehrungen vornahm. Geehrt wurden Regina Hoog für ihre 10-jährige sowie Hubert Lienhard für seine 65 Jahre Chormitgliedschaft, die bereits im Alter von 15 Jahren begann. Präses Dr. Christian Würtz überreichte den Jubilaren Urkunden und kleine Präsente und verlas das Grußwort von Diözesanpräses Wolfgang Gaber an Herrn Lienhard für dessen treue Chormitgliedschaft. Birgit Näger wurde in Abwesenheit für ihre 25-jährige Chormitgliedschaft geehrt. Nach den Ehrungen wurden die Ehepaare Rösch und Lehmann aus dem Chor zum Ende ihrer aktiven Zeit mit einem kleinen Präsent verabschiedet. Beide Paare bedauerten es sehr, nicht mehr aktiv dabei sein zu können und bedankten sich auch beim Chor für die schöne Zeit. Der Vorsitzende dankte den beiden Paaren herzlich für ihre aktive Sängerschaft und wies ausdrücklich auf die stets offenen Türen des Chores hin. Weiterhin wurde dem im letzten Jahr  abgelösten erweiterten Vorstand mit Ralf Buser, Monika Stecher-Bartscher und (in Abwesenheit) Gerlinde Gräßle gedankt. Nach den Ehrungen dankte Pfarrer Dr. Würtz dem Chor für sein Engagement, das im vergangen Jahr im gelungenen Adventskonzert seinen Höhepunkt fand.

Jahresversammlung 2014
Fotos: Ralf Buser

Ralf Buser verlas in Vertretung der Kassenwartin Birgit Näger den Kassenstand. Im Jahresrückblick erinnerte Dr. Anne Najderek an die regulären, festlichen, freudigen aber auch besinnlichen Augenblicke des vergangenen Chorjahres, das viele schöne und besondere Momente aufzuweisen hatte. Hierbei wurde deutlich, dass der Kirchenchor eine herzliche musikverbundene Gemeinschaft ist, die neben der regelmäßigen Gottesdienstgestaltung auch besondere Anlässe des Kirchenjahres und Lebens begleitet. Die regelmäßigen Ausflüge sowie Abende des gemütlichen Beisammenseins bestätigen diese Gemeinschaft. Konstantin Bläsi lobte den Chor für sein Engagement, seine Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, das Durchhaltevermögen in der Vorbereitung auf das Konzert und die dort erbrachten Leistungen. Im Ausblick auf die folgenden Projekte versprach er eine ausgewogene Mischung gemäß dem Potential des Chores, die neue, aber auch dem Chor bekannte Werke beinhalte. Gleichzeitig verweis er auf ein entscheidendes Erfolgsmerkmal der Probenarbeit: zuverlässige Probenbesuche. Harald Möschle rundete in seiner Abschlussrede das Programm ab. Er dankte u. a. offiziell den stillen Mitwirkenden und Sponsoren des Konzerts, informierte über Neuerungen und freute sich, dass auch im vergangenen Jahr Neuzugänge im Chor zu verzeichnen waren.

Der Abend verlief mit vielen Gesprächen, viel Lachen und Frohsinn, was von einer guten Gemeinschaft des Chores zeugte. Musik verbindet! Es wäre schön, wenn der Chor noch weitere Sängerinnen und Sänger begrüßen dürfte. Wann? Immer mittwochs ab 19:30 Uhr, ab April 20:00 Uhr. Schauen Sie doch mal vorbei!  (Dr. Anne Najderek)

Weihnachten – In dulci jubilo

„In dulci jubilo“ ist ein festlicher Gesang zur Begrüßung des Christkindes. Der Text stammt aus dem 14. Jahrhundert und wird „makkaronisches Gedicht“ oder umgangssprachlich auch „Nudelvers“ genannt, da er Deutsch und Latein mischt. In seiner Reihe „SWR2 Weihnachtslieder“ beschreibt der SWR diesen eigenartigen Brauch: Latein war und ist die offizielle Sprache der katholischen Kirche. Bis in die Geburtszeit dieses Liedes wurden alle Messgesänge ausschließlich auf Latein gesungen, ohne Beteiligung der Gemeinde. Erst danach mischten sich die Gläubigen allmählich musikalisch ein und, um den Gesang etwas zu erleichtern, häufig eben in dieser Mischform aus Deutsch und Latein. „In komplettem Deutsch verliert der Text von seiner Strahlkraft, die beiden unterschiedlichen Sprachen scheinen ihn in eine andere, höhere Sphäre zu tragen, umweben ihn leicht nebulös und lassen der Phantasie des Zuhörers mehr Raum“,  führt der SWR sehr treffend aus.

in dulci

Das Lied war Teil unseres Adventskonzertes, die ersten drei Strophen aus dem Satz von Johann Walter (1496 – 1570) für ein gemischtes Gesangsquartett, die vierte Strophe nach einer Bearbeitung von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) im vierstimmigen Chor. Wir wiederholten es in der Weihnachtsmesse und sangen es zusammen mit der Gemeinde.

Adventskonzert

Adventskonzert„Angesichts der Veräußerlichung und Entstellung, die dem Advent und der Weihnachtszeit in zunehmendem Maße widerfährt, ist im Raum der Kirche selbst eine lebendige Sehnsucht nach wahrem Advent aus der Mitte des Glaubens erwacht: Das Ungenügende aller bloßen Stimmung, aller bloßen, wenn auch noch so schönen Gefühle ist spürbar geworden und wir verlangen wieder nach jenem Kern, nach jener festen und starken Nahrung des Geistes, deren letzter Abglanz uns in dem frommen und erhebenden Gefühl der „seligen, fröhlichen Weihnachtszeit“ übrig geblieben ist.“ (Josef Ratzinger in „Gestalten des Advent“)

Die fortschreitende, ungestüme Kommerzialisierung der Weihnachtszeit entfernt sie zusehends von ihrem Ursprung und macht eine Sternstunde der Christenheit zu einer rührseligen, umsatzfördernden Geschichte. Sie verstellt zunehmend auch den Blick auf den Advent und lässt dessen eigentlichen Hintergrund verblassen. Am dritten Adventssonntag luden wir zu unserem Adventskonzert ein,  um in einer Stunde der Besinnung die Botschaften und Boten,  Menschen und Ereignisse, die die beginnende Anwesenheit Gottes charakterisieren, in den Mittelpunkt zu stellen. (—> Details und Konzertprogramm, siehe auch —> Presse)

„Was lange währt“ – ein Loblied auf das neue Gotteslob

Zweifarbig, in zurückhaltender Typografie wohlgestaltet, über 1300 Seiten mit einem Stammteil für alle und einem Eigenteil für die einzelnen Diözesen, mit sechs Rubriken, einer ausgesuchten, ausgewogenen Liedauswahl und einer „spürbaren ökumenischen Öffnung“ – das neue Gotteslob hat ein großes Loblied verdient.

Im gemeinsamen Gottesdienst am 6. Juli in Gengenbachs wunderbarer Stadtkirche St. Marien führte es die Seelsorgeeinheit offiziell ein. Pfarrer Würtz zelebrierte die Messe zusammen mit Pfarrer Arnold, Pater Mandy und Professor Kiggundu, einem Gast aus Uganda. Die drei Chöre der Seelsorgeeinheit, dirigiert von Bezirkskantor Matthias Degott, unterstützten die Gemeinde, sangen im Wechsel und zusammen mit ihr und zeigten, welch reichen Liedfundus das neue Gotteslob bereithält. Man freute sich sehr über Gäste aus Obernai und traf sich im Anschluss an die Feier zu einem Stehempfang auf dem Kirchplatz.

Chorausflug

Chorausflug  29. Juni 2014

Der diesjährige Chorausflug drohte zunächst ins Wasser zu fallen. Dennoch trafen sich die optimistischen Chorsänger gut gelaunt am 29. Juni am Börscher Platz, um zu einem schönen und entspannten Ausflug zu einer Bootsfahrt auf dem Taubergießen und einem netten Aufenthalt in Staufen (Breisgau) aufzubrechen. Trotz angesagten 100 % Regenwahrscheinlichkeit blieb es den ganzen Tag (mit Ausnahmen während der Busfahrt) trocken, so dass die Bootsfahrt auf dem Taubergießen bei sehr angenehmen Temperaturen ein voller Erfolg wurde. Nicht nur die Erwachsenen genossen die Ruhe und Schönheit dieses wunderbaren Kleinods der Natur, auch die Kinder waren voller Eifer und Freude bei der naturkundlichen Entdeckungstour dabei.

Nach einer gemütlichen Einkehr ging es dann weiter in die rund 8.000 Einwohner kleine Stadt Staufen (Breisgau), deren Entdeckung in den Händen der Chormitglieder lag. Und so waren den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt, so dass jeder nach seinem Belieben entweder die Burgruine im Norden der Stadt erklimmen, bei einen gemütlichen Stadtrundgang die Stadt entdecken und/oder den sinnlichen Gourmentfreuden nachkommen konnte. Ein schöner Abschluss der Stadtentdeckung war das gemeinsame Gotteslob des Chores in der katholischen Pfarrkirche St. Martin. Natürlich musste der Chor auch im Bus weitersingen, so dass eine fröhliche Gruppe glücklich, zufrieden und trocken am Abend wieder in Ohlsbach ankam. Ein rundum gelungener Tag – vielleicht sind Sie ja nächstes Jahr auch dabei? Wir freuen uns über sangeskräftige Unterstützung! (Dr. Anne Najderek)

Vorstandswahl

Unter der Leitung des Präses Dr. Christian Würz wählten die Chormitglieder ein neues Vorstandsteam: Neuer Vorstandsvorsitzender ist Harald Möschle, der Hans Seger in seinem Amt ablöst. Auch die bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gerlinde Gräßle gab ihr Amt ab; zur neuen Stellvertreterin wurde Sandra Hoferer gewählt. Dr. Anne Najderek übernimmt das Amt der Schriftführerin. Birgit Näger wurde als Kassenwartin in ihrem Amt bestätigt. Als Kassenprüfer wurden Ralf Buser und Simone Hoferer gewählt. Elisabeth Horn wurde als Stimmensprecherin in ihrem Amt bestätigt. Neu ins Gremium gewählt wurden Annelise Brähler, Karl Hoferer und Chris Derdau.

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Von links: Anneliese Brähler (Stimmensprecherin Alt), Harald Möschle (Vorsitzender), Karl Hoferer (Stimmensprecher Tenor), Birgit Näger (Kassenwartin), Sandra Hoferer (stellvertretende Vorsitzende), Chris Derdau (Stimmensprecher Bass), Elisabeth Horn (Stimmensprecherin Sopran), Anne Najderek (Schriftführerin), Konstantin Bläsi (Chorleiter), Dr. Christian Würtz (Leiter der Seelsorgeeinheit und Chorpräses)

Im Bild von links: Anneliese Brähler (Stimmensprecherin Alt), Harald Möschle (Vorsitzender), Karl Hoferer (Stimmensprecher Tenor), Birgit Näger (Kassenwartin), Sandra Hoferer (stellvertretende Vorsitzende), Chris Derdau (Stimmensprecher Bass), Elisabeth Horn (Stimmensprecherin Sopran), Anne Najderek (Schriftführerin), Konstantin Bläsi (Chorleiter), Dr. Christian Würtz (Leiter der Seelsorgeeinheit und Chorpräses)

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Hans Seger dankte Präses Dr. Christian Würz für die Wahlleitung und dem scheidenden Team für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre. Harald Möschle dankte seinem Vorgänger und dessen Team für das Engagement in den vergangenen Jahren. Der herzliche Applaus der Chormitglieder bestätigte sowohl das Lob an den alten als auch das Vertrauen in den neuen Vorstand. Das neue Vorstandsteam freut sich auf die Zusammenarbeit und sein gemeinsames Engagement für den Kirchenchor Ohlsbach. (Anne Najderek)

Osternacht – „Entzünde ein Feuer“

Nach einer finsteren und kalten Nacht sind die Strahlen der aufgehenden Sonne eine große Wohltat. Die Sorgen und Ängste der Dunkelheit versinken buchstäblich in Licht und Wärme. Wäre der Sonnenaufgang kein alltäglicher Vorgang, würden wir ihn möglicherweise als Wunder betrachten.

Nicht alltäglich, unerklärlich, völlig überraschend und wunderbar sind die Vorgänge, deren Christen an Ostern gedenken. Eine offene Grabkammer in der Morgensonne und ein leeres Grab sind eindrucksvolle Symbole des frohen Aufbruchs nach einer dunklen Zeit und ein Sinnbild für ein Leben nach dem Tod.

Die Feier der Osternacht thematisierte diesen Vorgang. Sie begann „im Dunkel unsrer Nacht“, entzündete ein Feuer, erhellte die ganze Kirche und mündete in die Freude über das Osterfest mit Liedern von Michael Praetorius, Henry Carey und László Halmos.

Mozart an Weihnachten

Weihnachten 2013Die „Missa Brevis in C“ oder „Orgelsolomesse“ (KV 259) ist die kürzeste der Mozartschen missae breves. Wie er in einem Brief an seinen Mentor Martini schrieb, litt er wie auch andere Komponisten seiner Zeit unter der bischöflichen Vorgabe, das Messordinarium in besonders knapper Weise zu vertonen. Was zu teilweise seltsamen Lösungen führte: Man beschränkte sich auf Kyrie und Gloria, war sparsam mit Adagios oder ließ die vier Stimmen zur gleichen Zeit verschiedene Texte vortragen.

In Mozarts Brief vom 4. September 1776 heißt es: „Unsere Kirchenmusik unterscheidet sich sehr von der in Italien, um so mehr, da eine Messe mit allem – dem Kyrie, Gloria, Credo, Epistelsonate, dem Offertorium oder auch einer Motette, Sanctus und Agnus Dei – ja selbst die allersolenneste, wenn der Fürst die Messe selbst hält, nicht länger als drei Viertelstunden dauern darf.“

Auf die genannten Notlösungen verzichtete Mozart und komponierte die „Missa Brevis in C“ als vollständige Messe, die sehr deutlich seine wunderbare und unverwechselbare Handschrift trägt, und blieb trotzdem in der geforderten Zeitdauer. Es war uns eine große Freude, sie am ersten Weihnachtsfeiertag zusammen mit unseren Solisten, mit  Melanie Bähr an der Orgel sowie mit Claudia Bühler und Rolf Schilli, beide Violine, vorzutragen.

Cäcilienfeier und Chorversammlung

An ihrem Namenstag am 22. November feierte der Kirchenchor Hl. Dreifaltigkeit Ohlsbach die heilige Cäcilia in der Abendmesse und gedachte mit dem schlichten, aber zeitlos schönen Choral „Verleih uns Frieden“ von Mendelssohn-Bartholdy seiner verstorbenen Dirigenten und Chormitglieder. An der Orgel begleitete Hubert Schwarz.

Bei der anschließenden Chorversammlung begrüßte Vorstand Hans Seger den Chorleiter Konstantin Bläsi, die Sängerinnen und Sänger und alle Gäste, insbesondere Pater Josef Mandy vom Seelsorgeteam, den ehemaligen Gemeindepfarrer Richard Huber, Hannelore Ruess und viele ehemalige Chormitglieder. Nach einem gemeinsamen Abendessen ehrte der Chor die Jubilare Anna Duppel für 10-jährige, Josef Rösch und Helmut Müller für 25-jährige und Erich Näger für 50-jährige Mitgliedschaft. Pater Mandy überreichte die Urkunden des Chores und des Cäcilienverbandes. Herr Näger erhielt zudem einen Brief von Robert Zollitsch. Nach Grußworten von Josef Mandy und Richard Huber dankte der Chor den Jubilaren mit kleinen Geschenken herzlich für ihre langjährige Treue. Frau Duppel beendete aus gesundheitlichen Gründen ihre aktive Sängerzeit. Sie wurde mit Blumen und den besten Wünschen für ihre Zukunft verabschiedet.

Die Kassenwartin Birgit Näger saldierte die Einnahmen und Ausgaben und konnte aufgrund sparsamen Haushaltens einen erfreulichen Kassenstand vorweisen. Die Kasse war geprüft von Elisabeth Horn und Harald Möschle. Frau Näger wurde entlastet. Begleitet von einem Film mit Bildern und Szenen aus dem Chorleben blickte die stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin Gerlinde Grässle zurück und rief festliche und alltägliche, freudige und nachdenkliche Szenen des vergangenen Chorjahres in Erinnerung.

Konstantin Bläsi ließ das Jahr noch einmal aus Sicht des Dirigenten vorbeiziehen. Er lobte den Chor, der die große Herausforderung zum Pfarrfest, Michael Haydns „Sancti Hieronymi“, angenommen und sehr gut gemeistert habe. Er versprach, auch nächstes Jahr eine ausgewogene Mischung aus anspruchsvollen und einfacheren Werken ins Programm zu nehmen, um das Potential des Chores optimal auszuschöpfen. Zuverlässige Probenbesuche seien eine der wichtigsten Grundlagen dafür.

In seinem Schlusswort gab Hans Seger seiner großen Freude Ausdruck, dass der Chor und sein junger Dirigent in den vergangenen 12 Monaten weiter zusammengewachsen seien. Er hob Konstantin Bläsis Liebe zur Kirchenmusik, seine musikalische Kompetenz und sein gutes Gespür für den Chor hervor. Auch dieses Jahr freue man sich über zwei neu hinzugekommene Sängerinnen. Dies zeige, dass die Gemeinschaft intakt sei und auf gesunden Füßen stehe. Er sei sehr zuversichtlich, dass man sich unter Cäcilias wachsamem Auge weiterhin auf einem guten Weg befinde.

Allerheiligen

Das Klima dieses Jahres hat die Farben des Herbstes bis weit in den November getragen. Noch zahlreicher als die bunten Blätter im Kinzigtal leuchteten an Allerheiligen über uns die, deren wir an diesem Tag gedachten. Menschen, die das Schicksal auf ganz außergewöhnliche Lebenswege geschickt hat, die in extremen Situationen schwere Entscheidungen treffen mussten und ungeachtet aller Nachteile und Gefahren zu ihrer Überzeugung standen, was nicht selten einen qualvollen Tod zur Folge hatte. Viele von ihnen starben einsam und verlassen.

Im Gottesdienst am 1. November gedachten wir ihnen und feierten sie, mit Konstantin Bläsi als Organist, Kantor und Chorleiter, mit Pater Josef Mandy, den Gottesdienstbesuchern und mit vierstimmigen Liedern aus dem reichen Fundus der Freiburger Chorbücher.

Charles Gounod zu St. Bartholomä

St. Batholomäus, OrtenbergNach den Sommerferien, wenn der Herbst vor der Tür steht, feiert unsere Nachbargemeinde Ortenberg das Fest des heiligen Bartholomäus, oder, alemannisch, das „Barthlefest“. Es ist das Patrozinium der Ortenberger Pfarrkirche. Die 1824 von Hans Voß, einem Schüler des Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner erbaute Kirche ist dem Apostel Bartholomäus geweiht.

Möglicherweise war Bartholomäus jener Galiläer Nathanael Bar-Tolmai, von dem im Johannes-Evangelium die Rede ist. Manche sehen in ihm auch den Bräutigam der Hochzeit von Kanaan. Der Legende nach wirkte er als Apostel vor allem in Armenien, fuhr bis nach Persien und Indien, um seinen Glauben zu verkünden, und erlitt in Albanien einen grausamen Tod nach furchtbaren Folterungen.

Die Festmesse wurde von Pfarrer Christian Würtz, Leiter der Seelsorgeeinheit „Vorderes Kinzigtal“, zelebriert. Er ging in seiner Predigt auf Bartholomäus ein, sprach über Beruf und Berufung und beschrieb insbesondere den Beruf des Apostels. Er nannte die Apostel, „die von Gott Gesandten, Zeugen und Garanten unseres Glaubens“.

Zu diesem Auftakt nach der Sommerpause sangen wir unter der Leitung von Konstantin Bläsi, an der Orgel begleitet von Max Hoferer, mit den Solisten Klaus Hoferer (Tenor) und Engelbert Möschle (Bass) die  „Messe Brève Aux Chapelles“ von Charles Gounod – in der Ortenberger Pfarrkirche, zu Ehren ihres Patrons, des heiligen Bartholomäus. Diese wunderbare Kirchenmusik eines großen französischen Komponisten war auch eine Reverenz an Ortenbergs elsässische Partnergemeinde Stotzheim. Zum Auszug des Festgottesdienstes begeisterte Max Hoferer mit der Toccata aus der Symphonie Nr. 5 von Charles Marie Widor.

Gemeinsamer Gottesdienst der Seelsorgeeinheit

Der jährliche gemeinsame Gottesdienst der Seelsorgeeinheit fand in diesem Jahr in der Ohlsbacher Pfarrkirche statt und wurde von Pfarrer Würtz, Pfarrer Arnold und Pater Mandy zelebriert.

segottesdienst

Nicht wie üblich auf der Empore, sondern inmitten der Gottesdienstbesucher unterstützte der Chor zusammen mit einer Singgruppe den Gemeindegesang. Taizé-Lieder und zum Teil noch wenig bekannte Weisen aus den „Kreuzungen“ standen im Vordergrund. Adrian Sieferle begleitete auf dem Piano. Der anschließende Sektempfang der Pfarrei war eine gute Gelegenheit zum kleinen, „grenzüberschreitenden“ Austausch und wurde erfreulicherweise auch dazu genutzt.

Fronleichnam

Der Glanz des Frühlings war in diesem Jahr nur kurz zu genießen, ein wechselhaftes und regnerisches Wetter zog sich daraufhin bis in die Pfingstzeit und sorgte vor allem im Osten Deutschlands und zum Teil auch im europäischen Ausland für katastrophale Überschwemmungen. Auch für den Fronleichnamstag waren die Vorhersagen für einen Gottesdienst auf dem Boerscher Platz nicht sicher genug. Man beschloss vorsorglich, ihn in die Pfarrkirche zu verlegen. Zum Glück konnte die anschließende Prozession im Freien stattfinden und führte durch das geschmückte Dorf zu den Altären in der Heimgasse und auf dem Dorfplatz, begleitet von Gesängen des Kirchenchores.

Sancti Hieronymi – ein Kleinod der Salzburger Kirchenmusik

Nur eine Woche nach dem Sonntag zu Ehren des Heiligen Geistes fordert ein weiteres Fest des Kirchenjahres das Verständnis heraus: Trinitatis, das Fest der Dreifaltigkeit, zugleich das Titularfest der Ohlsbacher Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit. Da jeder Mensch aus zwei anderen hervorgeht und aus Körper, Geist und Seele besteht, sollte ihm eigentlich die Vorstellung der Trinität nicht fremd sein. Und doch ist sie Gegenstand vieler theologischer Diskussionen und Betrachtungen und wird von manchen Glaubensrichtungen, wie den Unitariern, abgelehnt. Pfarrer Würtz beschrieb sie beim letztjährigen Pfarrfest als „die Liebe“ und zitierte Augustinus: „Wenn Du die Liebe siehst, siehst Du die heiligste Dreifaltigkeit“.

pfarrfest

Josef Haydns jüngerer Bruder Johann Michael, geboren 1737 in Niederösterreich, kam 26-jährig nach Salzburg und wirkte dort bis zu seinem Tod 1806. Befreundet mit Mozart war er ein Meister und Wegbereiter geistlicher Musik. Als Lehrer bedeutender Musiker, darunter Anton Diabelli und Carl Maria von Weber, war er Maßstab und Vorbild für viele Musiker in Österreich und Süddeutschland. Vier Jahre nach Mozarts Trinitatismesse entstand seine „Missa Sancti Hieronymi“, zu Ehren des damaligen Salzburger Erzbischofs Hieronymus Graf Collorado.
pfarrfest1Die Messe wurde 1777 im Salzburger Dom zum ersten Mal aufgeführt und gilt als eines der interessantesten und unkonventionellsten Werke der klassischen Kirchenmusik. Mozarts Vater Leopold war bei der Uraufführung dabei und berichtete seinem Sohn begeistert von dieser sogenannten „Oboenmesse“. Sie ist außergewöhnlich instrumentiert: Anders als üblich kommen keine Streicher zum Einsatz, das Orchester musiziert vielmehr in der „Harmoniebesetzung“, also nur mit Holz- und Blechbläsern. Der Gesang ist geprägt durch einen meisterhaften Wechsel zwischen Solisten und Chor.

Zusammen mit den Musikern und den Solisten freute sich der Kirchenchor Ohlsbach, diese  Messe eines großen Komponisten, den immer wieder zu entdecken eine große Freude ist, den Besuchern des Festgottesdienstes zum Ohlsbacher Pfarrfest vortragen zu dürfen. An der Orgel war Max Hoferer.

Cum Sancto Spiritu

Wo residiert der Geist eines Menschen? Vielleicht irgendwo im Geflecht der Hundert Milliarden Gehirnzellen. Aber wo dann der Mannschaftsgeist, der Gemeinschaftsgeist, der Geist der Versöhnung oder gar der göttliche Geist? Die Griechen der Antike nannten ihn „pneuma“, also Wind, Hauch, Luft – nicht zu fassen, nicht zu beherrschen, weder zu sehen noch zu berechnen. Aber zu spüren und vielleicht zu beeinflussen. „Alle geistige Berührung gleicht der Berührung eines Zauberstabs“, meinte Novalis, der das nicht Fassbare in schönen Bildern festhalten konnte.

Weht er also, der göttliche Wind? „Gottes Geist weht, wo er will“, sagt Paulus. So ist es. Vielleicht aber können wir in Demut versuchen, ihn ein klein wenig in die Richtung zu lenken, in der wir ihn gerne hätten: zu den christlichen Kirchen und den Religionen der Welt, nach Syrien und zu den nahen und fernen Krisen, und natürlich auch zu uns. Wir versuchten es besonders im Pfingstgottesdienst und luden herzlich dazu ein.

Ostern – Händels Halleluja

Agnus Dei – seit alters her ist das Lamm ein Sinnbild für Unschuld, Wehrlosigkeit und Hingabe, in den christlichen Religionen ein wichtiges und starkes Symbol für Tod und Auferstehung. Das „Agnus“ ist fester und meist ganz besonders schöner Bestandteil kirchenmusikalischer Messen. Ein Lamm bildet das Zentrum im Apsismosaik der Ohlsbacher Pfarrkirche. Es ist ein Sinnbild für Ostern und ostern1steht für die Überzeugung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln“ hat Dietrich Bonhoeffer in seiner verzweifelten Lage gesagt.

Nachdem der Winterhimmel über dem vorderen Kinzigtal dieses Jahr nur wenige Sonnenstrahlen durchgelassen hat, freuten wir uns umso mehr auf dieses große Fest. Denn auch wenn sich die Natur noch etwas Zeit ließ, steht  Ostern immer auch für die Gewissheit, dass sie bald befreit von der grauen Last des Winters in allen Farben erstrahlen wird.

Mit Auferstehungsliedern unterstrichen wir die Thematik des Festes und umrahmten mit ihnen unseren musikalischen Mittelpunkt der Ostermesse: Händels imposantes und unübertroffenes „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“. Es wurde am 17. April 1742 in Dublin uraufgeführt und vereint den Jubel, die große Freude und Begeisterung über die Auferstehung in einem wunderbaren Lied. Als er es zum ersten Mal hörte, soll es König Georg II. nicht auf seinem Sitz gehalten haben, weshalb man diesem Werk lange Zeit stehend zuhörte.

Das österliche Halleluja war nichts für Langschläfer. Wir freuten uns über alle, die am Ostersonntag schon zur frühen Stunde den Weg in die Ohlsbacher Kirche fanden.

„Kaum merklich ziehen die Jahre“

Werner Schaub, der vor kurzem seinen 81. Geburtstag feierte, war von 1962 bis 1988 Dirigent des Kirchenchors. Viele Chormitglieder sangen schon unter seiner Leitung. In den Chor-Annalen finden sich zahlreiche Notizen, Rückblicke und Berichte von ihm, darunter auch eine Chorchronik.

Fünf Wochen vor Ostern, während das vordere Kinzigtal noch unter einer leichten Schneedecke lag, besuchten wir ihn und brachten ihm einen Liedgruß aus Ohlsbach, mit besonderer Freude natürlich seine eigene Komposition „Kaum merklich ziehen die Jahre“. Gedichte von Elisabeth und Rita Bruder bereicherten unsere Liedvorträge. Wenn jemand über eine so lange Zeit die Geschicke des Chors gelenkt hat, wird ihn hin und wieder die Sorge umtreiben, wie sich der Chor weiterentwickelt, welche Wege er geht, ob er fleißig übt und noch gut singt. Unser Besuch war also auch dazu da, solche Sorgen zu zerstreuen. Wir trafen einen sehr aufmerksamen Zuhörer, der sich, zusammen mit vielen Mitbewohnern, sichtlich über uns und unsere Vorträge freute.

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Einen herzlichen Dank an das Paul-Gerhardt-Haus in Offenburg, insbesondere an Frau Raiser, die uns diesen Besuch ganz unkompliziert ermöglichte und uns anschließend zu einer willkommenen Erfrischung einlud.

Neujahrsempfang der Pfarrei

njempfangIn einem afrikanischen Sprichwort heißt es: „Wenn Du Mitleid mit einem Europäer haben willst, dann musst Du ihn tanzen sehen“. Tatsächlich wirken wir Europäer im Vergleich zu Anmut, Rhythmik, Dynamik und emotionaler Ausdrucksweise afrikanischer Musik deutlich zurückhaltender und steifer. Neben den ethnologischen Unterschieden können auch das Klima und die faszinierende Schönheit des afrikanischen Kontinents eine Ursache dafür sein. So ist es nicht verwunderlich, dass man sich als mitteleuropäischer Kirchenchor der afrikanischen Musik eher zaghaft und vorsichtig nähert. Wenn aber der Rhythmus in Gang kommt und die ersten Takte erklingen, löst sich die Verspannung schnell.

Der Gottesdienst zum Neujahrempfang der Pfarrei wurde von Pfarrer Würtz zelebriert. Unterstützt von Bongos (Harald Möschle) und Congas (Walter Bläsi) haben wir mit „Sana, Sananina“, einem Hosanna-Ruf aus Botswana, das neue Jahr begrüßt. „Sana“ ist vermutlich die Kurzform von „Usana“, in der Sprache der Zulu die Bezeichnung für ein neugeborenes Kind. Der Text der Liedverse nimmt darauf Bezug. Somit passte dieses schöne afrikanische Lied sehr gut in die nachweihnachtliche Zeit und ließ uns das neue Jahr mit Schwung beginnen. Organist war Max Hoferer.

Beim anschließenden Empfang der Pfarrgemeinde im Bruder-Klausen-Haus berichtete der Chor noch einmal von den großen Festtagen des vergangenen Jahres: Von der klaren und feierlichen Gounod-Messe an Ostern, von Mozarts imposanter Trinitatismesse zum Pfarrfest, die eine große Herausforderung für einen Laienchor ist und von Dirigent und Chor einen hohen Einsatz forderte, und von Ignaz Reimanns Christkindlmesse an Weihnachten. Marie-Claire und Max Hoferer überraschten alle Anwesenden aufs Angenehmste mit beeindruckenden Duetten für Violine und Klavier: Der temperamentvollen „Scène de Ballet“ von Charles-Auguste de Bériot und dem „Tambourin chinois“, ein Höhepunkt aus den Werken Fritz Kreislers. Beides sind wirkliche Prüfsteine für eine Violinistin. Jeder, der an diesem Abend in den Genuss kam, die beiden zu hören, ist gespannt auf ihre weitere musikalische Entfaltung.

Weihnachten – Ignaz Reimanns Christkindlmesse

weihnachten3Im Südwesten Schlesiens liegt in einer von Mittelgebirgszügen umgebenen Senke die kleine Stadt Glatz. Sie bildet zusammen mit den umliegenden Gemeinden die sogenannte Grafschaft Glatz. Aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer kulturellen und religiösen Prägung wird sie auch der „Hergottswinkel Schlesiens“ genannt. Man sagt, wer diese Gegend verlassen müsse, sei sein Leben lang von Heimweh geplagt.

Geboren 1820 im Wallfahrtsort Albendorf wuchs Ignaz Reimann hier in bescheidenen Verhältnissen auf. Zum Glück erkannten und förderten sowohl sein Vater als auch der Dorflehrer seine musikalischen Talente. Er begann zu komponieren, kam in Kontakt mit der „Breslauer Schule“ um Josef Schnabel, wandte sich der Kirchenmusik zu und war bemüht, eine Balance zwischen traditionellen und neuen Stilrichtungen zu finden. Seine Werke waren bald gefragt und er verteilte sie großzügig. Er galt als gütiger und überaus gastfreundlicher Mensch. Er starb 1885 ohne sich materielle Güter angehäuft zu haben, hinterließ aber eine reiche Sammlung an kirchenmusikalischen Kompositionen.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt die „Pastoralmesse in C, op. 110“. Wegen ihres bodenständigen und ruhigen Charakters und der wiegenden Melodie wird sie in seiner Heimat besonders gerne an Weihnachten aufgeführt und deshalb auch „Christkindlmesse“ genannt. Der Chor hat sie zur Erinnerung an Ignaz Reimann und sein wunderbares, weihnachtliches Opus 110 in der  Festmesse an Weihnachten gesungen und freute sich über die Begleitung von Max Hoferer an der Orgel, Janika Müller und Ruth Gröning, beide Querflöte sowie Walter Bläsi, Fagott.

Cäcilienfeier und Jahresversammlung

cäcilienlogoZur Gemeinschaft der Heiligen, derer wir zu Beginn dieses Monats gedachten, gehört auch die heilige Cäcilia, eine römische Adelige und Märtyrerin der frühen Christenzeit. Die Überlieferung verbindet sie mit dem Orgelspiel, deshalb ist sie die Schutzpatronin der Kirchenmusik.  Ihr Gedenktag, den alle großen christlichen Kirchen feiern, ist der 22. November. Die Kirchenchöre der katholischen Kirche Deutschlands sind im ACV, dem „Allgemeinen Cäcilienverband für Deutschland“ zusammengeschlossen. 

Nach guter Tradition legt der Kirchenchor Ohlsbach seine jährliche Versammlung in den Zeitraum ihres Gedenktages. Auch die diesjährige  Zusammenkunft begann mit einem Gottesdienst zu ihren Ehren und zur Erinnerung an die verstorbenen Chormitglieder und Dirigenten, zelebriert von Pfarrer Würtz und begleitet von Gesängen des Chores.

Bei der anschließenden Versammlung im Bruder-Klausenhaus begrüßte Hans Seger die Sängerinnen und Sänger und hieß alle Gäste herzlich willkommen. Man freute sich, dass auch dieses Jahr der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Dr. Christian Würtz, trotz seiner zahlreichen Termine dem Kirchenchor die Ehre gab. Mit ihm zusammen war Jan Lipinski eingeladen, ein junger Theologiestudent, der zurzeit ein Praktikum in der Seelsorgeeinheit absolviert. Neben Partnerinnen und Partnern der Chormitglieder waren auch ehemalige Sängerinnen und Sänger der Einladung gefolgt und waren erfreut, sich in vertrauter Umgebung wieder zu treffen. Nach einem gemeinsamen Abendessen begrüßte Pfarrer Würtz alle Anwesenden und erinnerte an die Auftritte des Chores, deren Höhepunkt das Titularfest war. Er würdigte den hohen Einsatz der Sängerinnen und Sänger und freute sich mit ihnen über den Lohn ihrer Mühen. In jeder Jahresversammlung ist es eine besondere Freude, langjährigen Chormitgliedern für ihre Treue zu danken. Pfarrer Würtz ehrte Elisabeth Horn für 25 und Rolf Heutschy für 10 Mitgliedsjahre und überreichte ihnen eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Frau Thea Wußler hat Anfang des Jahres nach 53 Chorjahren die aktive Sängerschaft beendet und wurde mit herzlichem Dank für ihre lange Mitgliedschaft und einem Blumenstrauß verabschiedet.

jahresversammlung

Birgit Näger beschrieb die finanziellen Aspekte des Jahres, berichtete über  Einnahmen und Ausgaben und den zufriedenstellenden Kassenstand. Die Kasse wurde von Elisabeth Horn und Harald Möschle geprüft, Frau Näger durch die Chorgemeinschaft entlastet. Den Rückblick, zusammengestellt und vorgetragen von Gerlinde Grässle in Vertretung für die erkrankte Schriftführerin Ruth Volak, begleitete ein Video mit Szenen und Gesängen des Chorjahres. Er war eine eindrucksvolle Erinnerung an ein Jahr voller Gesang, eine Erinnerung an ernste und heitere Momente, an nachdenkliche und fröhliche, an alltägliche und festliche. 

Konstantin Bläsi rekapitulierte das vergangene Jahr aus Sicht des Chorleiters und erläuterte seine Pläne für die nächste Zukunft. Von der zunehmenden „Atomisierung“ der Gesellschaft und in Folge davon vom zunehmenden Wert einer Gemeinschaft sprach zum Abschluss Hans Seger. Er beschrieb den Kirchenchor als eine Gemeinschaft, die ein gutes Miteinander pflegt und sich und die Welt um sich im Auge hat. Er dankte allen, die durch ihre Hilfsbereitschaft, ihre Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit zu einem guten Chorjahr beitrugen. Dies sei das größte, was eine Gemeinschaft, die auf Freiwilligkeit beruht, erfahren kann. Er lobte den Chorleiter Konstantin Bläsi, der mit der Leitung des großen Ohlsbacher Chores auch eine große Herausforderung angenommen habe und diese sehr gut bewältige. Er dankte Pfarrer Würtz, in dem der Chor immer einen vorzüglichen Ansprechpartner hat, erinnerte an dessen eindrucksvollen Worte über die Dreifaltigkeit beim Pfarrfest, die der Chor mit Mozarts wunderbarer Trinitatismesse eingerahmt habe und überreichte ihm eine Aufnahme dieser Messe. Er dankte den Vorstandsmitgliedern für ihren engagierten Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeit. Darüber hinaus seien die sieben Neuzugänge im vergangenen Jahr eine starke Bereicherung und eine große Ermutigung für die zukünftige Entwicklung des Chores. Nach Abschluss des offiziellen Programmes nutzten alle Anwesenden die Gelegenheit, in fröhlicher Runde bei einem Glas Wein zu diskutieren und sich auszutauschen.

Allerheiligen

AllerheiligenWodurch wird ein Mensch heilig? Eine schwierige Frage, die die verschiedenen Religionen unterschiedlich und nur unvollständig beantworten. Auch die katholische Kirche hat keine einheitliche Definition. Sie wäre auch nicht leicht zu erstellen. Zweifellos sollten Heilige vollkommene Menschen gewesen sein und ein untadeliges Leben geführt haben. Eine besondere Nähe zum Göttlichen sollte ihr Leben bestimmt haben. Zu den Heiligen zählen in der Regel die Märtyrer. Sie haben durch das Bekenntnis ihres Glaubens einen gewaltsamen und teilweise äußerst grausamen Tod erduldet.  Auch die Verbindung zu übernatürlichen Phänomenen, zu Wundern, können Menschen zur Heiligkeit prädestinieren. Das Verfahren der Heiligsprechung ist umfangreich und mit Aufwand und Kosten verbunden.

Wir, die wir nicht in diese Verfahren eingebunden sind, dürfen eigene Maßstäbe anlegen und alle die in den Kreis mitaufnehmen, die im Alltag, in Nöten, bei Katastrophen und in Kriegen Heroisches leisten, die Geschundenen und Gefolterten, die sich für ihre Nächsten opfern und oft dafür mit dem Leben bezahlen – manchmal völlig im Verborgenen und von niemandem  gewürdigt.

Es ist gut, dass es im Kirchenjahr einen Festtag zum Gedenken an diese Menschen gibt, an die offiziellen und inoffiziellen Heiligen, an die bekannten und die unbekannten, die ernannten und die namenlosen. Es war uns eine große Ehre und Freude, den Gottesdienst zu ihrem Gedenken, zelebriert von Pfarrer Dr. Würtz, zusammen mit Adrian Sieferle an der Orgel musikalisch mitzugestalten.

Seniorenresidenz Kinzigtal

seniorenWarum absolvieren Stare ihre unglaublichen Flugformationen (–>) und warum singen Menschen ohne Erinnerungsvermögen Lieder ihrer Kindheit fehlerfrei mit? Die Forschungen in allen Ehren, aber zuweilen begeistern uns die Ereignisse selbst viel mehr als die Erforschung ihrer Ursachen. Vielleicht fliegen die Stare ja einfach aus purer Lebenslust und vielleicht tut Gesang dem Gehirn so gut, dass er die Nebel des Vergessens für eine gewisse Zeit lichten kann.

Was die Forschung betrifft, so hat man bei den Staren noch keine schlüssigen Erklärungen gefunden. Die Ornithologen untersuchen das Phänomen intensiv, installieren sogar Minikameras auf den Vögeln, um den Flug mit deren senioren1Augen zu sehen, konnten aber das Geheimnis bisher noch nicht zufriedenstellend entschlüsseln. Bei der Musik und insbesondere beim Gesang hat man jedoch überraschende und sehr erstaunliche Entdeckungen gemacht (–>). Man hat nachgewiesen, dass beide das Gehirn so intensiv und großflächig aktivieren können, dass sie tatsächlich einen scheinbar mühelosen Zugang zu dementen Menschen ermöglichen.

In der Gewissheit, dass wir ein – wenn auch nur kleiner – Mosaikstein sein können in den Bemühungen, die Beschwernisse und Leiden des Alters zu lindern, besuchten wir die Seniorenresidenz Kinzigtal. Mitten im Oktober, in dem sich die Stare vielleicht schon auf ihrer großen Reise befinden, brachten wir Lieder und Geschichten von Freundschaft und Heimat, vom Wandern und von bunten Wäldern, von Kakteen, Birnen und Äpfeln, vom Abschied und dem wundersamen Schmerz im Herzen.

Die anschließende großzügige Bewirtung durch die Seniorenresidenz ist sicher nicht der einzige Grund, weshalb wir uns auf ein Wiedersehen freuen!

Chorausflug zum Lindenberg und nach Eichstetten

„Augapfel der Diözese“ wird dieser Berg genannt und das ist eine ebenso anmutige wie auch zutreffende Bezeichnung. Niemand, der den Lindenberg aufsucht, kann sich der Atmosphäre dieses Ortes entziehen. Das beginnt mit der grandiosen Aussicht, nach Süden ins Iben- und Dreisamtal, hinauf in die Regionen des Feldberg und des Schauinsland, nach Westen in die Rheinebene bis weit hinüber zu den Vogesen, nach Norden ins Kandelgebiet – Schwarzwald und Breisgau präsentieren sich von ihrer schönsten Seite. Doch die Aussicht alleine ist es nicht, was den Lindenberg ausmacht. Es begann um 1500 mit einem Bildstöckchen des Bauern Pantaleon Mayer als Dank für die Erfüllung eines Wunsches. Daraus wurde im Laufe der Jahre zunächst eine Holzkapelle und schließlich die Wallfahrtskirche „Maria Lindenberg“.  Seit den frostigen Zeiten zu Beginn des „kalten Krieges“ finden sich hier Menschen zu einer Gebetswache um „Frieden und die Erneuerung der Kirche im heiligen Geist“ zusammen.
ausflug1Als wäre das nicht schon alleine eine Reise wert, kam der Kirchenchor so kurz nach dem Ohlsbacher Pfarrfest auch wieder in den Genuss einer vollbesetzten Kirche, musste auf der Empore zusammenrücken, damit alle Pilger und Gottesdienstbesucher einen Platz fanden und hatte so eine der immer selteneren Gelegenheiten, vor vollem Haus singen zu dürfen. Anton Bruckners „Locus Iste“ („Dieser Ort ist von Gott erschaffen, ein unschätzbares Geheimnis, kein Fehl ist an ihm“) beschrieb zutreffend, wo man sich befand, und man beendete die Messe nicht ohne ein Marienlied: „Segne Du, Maria“ im vierstimmigen Satz von Matthias Degott. Konstantin Bläsi war zugleich Organist, Kantor und Dirigent.

Gut gestärkt durch das Mittagessen in der der Pilgergaststätte verließ der Chor den Lindenberg und fuhr nach Eichstetten, wo er von Bürgermeister Michael Bruder empfangen wurde. Nach einer herzlichen Begrüßung und einer Kaffeepause im gemütlichen „Mitnander“ zeigte er seinen Gästen die Besonderheiten seiner schönen Gemeinde und ihrer Umgebung: Die Fünfbogenbrücke am Ortseingang beim Zusammenfluss von Dreisam, Mühlbach und Altwasser, den Schwanenhof, die typischen Lößhänge und Lößterassen, die das Landschaftsbild am Kaiserstuhl prägen, die ausgedehnten Reben, deren Hügel flacher verlaufen als in Ohlsbach und die trotz ihrer Lage im Regenschatten der Vogesen aufgrund des Lößbodens besonders gut gedeihen. Der Biologe und Kulturpflanzenforscher Dr. Gladis führte durch den „Kaiserstühler Garten„, eine Stiftung, die Antworten sucht auf die globale Privatisierung des Saatguts, ein besorgniserregender und von der Öffentlichkeit kaum beachteter Vorgang.
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Natürlich konnte man das sonnenreichste und wärmste Rebengebiet Deutschlands nicht verlassen, ohne sich von der Güte des Kaiserstühler Weins zu überzeugen. Deshalb war eine vorzügliche Weinprobe zusammen mit einem köstlichen Buffet im Weingut Arndt Köbelin ein harmonischer und fröhlicher Abschluss eines ereignisreichen und höchst interessanten Ausflugs. 

Fronleichnam

Die große Glocke der Pfarrkirche blieb um 8 Uhr am Fronleichnamsmorgen stumm, und dies war ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Gottesdienst im Freien auf dem Boerscher Platz stattfinden konnte. Bei trockenem Wetter, angenehmen Temperaturen, mit Salutschüssen vom Weinberg und unter den Klängen der Musik- und Trachtenkapelle Ohlsbach zelebrierte Pfarrer Würtz die Eucharistiefeier auf dem schönen Platz mitten im Ort.

primizkelchIn seiner Predigt erinnerte er an das letzte Abendmahl, den Ursprung der Eucharistie, die mit der Fußwaschung begann als untrüglichem Zeichen der Zuneigung und Liebe. Er lenkte den Blick auf einen kleinen Kelch, der fast unscheinbar auf dem Altar stand. Er war vor etwa 70 Jahren zum Primizkelch eines Verwandten bestimmt, der jedoch in den Wirren des zweiten Weltkriegs kurz vor seiner Priesterweihe ums Leben kam. Eine Tante schickte den Kelch an ihren Heimatpfarrer, der im KZ Dachau einsaß, weil er polnischen Zwangsarbeitern die Teilnahme an der Eucharistiefeier erlaubt hatte. Der Pfarrer überlebte seine Gefangenschaft und nach seinem Tod gelangte der Kelch über weitere Zwischenstationen schließlich an unseren Pfarrer und wurde sein Primizkelch. Da stand er nun nach einer  bewegten Vergangenheit, nach Zeiten „der Gewalt, der Menschenverachtung, des Zynismus, des Todes und der Lieblosigkeit“ als Symbol der Eucharistie und damit der Liebe in Ohlsbach auf dem Altar.

Die anschließende Prozession begann mit der ersten Station auf dem Boerscher Platz („Gebet und Segen über die Kirche Gottes“) und führte durch den geschmückten Ort, vorbei an kunstvollen Blumenteppichen, zu den Altären in der Heimgasse („Gebet und Segen über Regierung und Volk“) und auf dem Dorfplatz („Gebet und Segen über die Feldfrüchte und die Arbeit“). Wie jedes Jahr begleitete der Kirchenchor die Prozession mit festlichen Liedern. Den Abschluss bildete die vierte Station in der Pfarrkirche („Gebet und Segen über die Gemeinde“), mit dem „Tantum ergo“, der großen Hymne von Thomas von Aquin.

Mozart zum Pfarrfest – Trinitatismesse

Der Österreicher Ludwig von Köchel hat einst in einem Verzeichnis alle Werke Mozarts zusammengestellt. Er hat sie chronologisch geordnet und – beginnend mit 1 – fortlaufend durchnummeriert. Das Köchelverzeichnis hat 626 Einträge, der Eintrag 167 hat den Titel „Missa C-Dur in honorem Ssmae Trinitatis für 4 Singstimmen, 2 Violinen, 2 Oboen, 4 Trompeten, Pauken, Bass und Orgel“ oder kurz „Trinitatismesse“. Das „Ssmae“ im Titel steht für „Sanctissimae“, es geht um die Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Messe ist also wie geschaffen für das Ohlsbacher Pfarrfest.
Mozart Signatur
Sie stammt aus dem Jahr 1773 – damals war Mozart 17 Jahre alt – und gehört zur Kategorie der „Missa brevis et solemnis“, somit zu den feierlichen, aber kurzen Messen, getreu einer Verfügung des damaligen Salzburger Erzbischofs, nach der auch ein feierliches Hochamt nicht länger als eine Dreiviertelstunde dauern dürfe. Das ist eigentlich ein schwer verständlicher Erlass von jemandem, der sich die Musik von Mozart schreiben ließ. Offenbar aber sind die Wellen dieser Verfügung bis nach Frankreich geschwappt, denn auch die Gounod-Messe von Ostern war eine „messe brève“. 
pfarrfestDas Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo“ schrieb Mozart 1777 in einem Brief an seinen Vater. Und so kommen in der Trinitatismesse wie auch in anderen Werken des jungen Mozart die Noten meist nicht in einem ruhigen Fluss, sondern eher wie eine sprudelnde Quelle daher, sie sind eilig unterwegs und haben kaum Zeit zu verweilen. Der zeitweilige Ansturm der Achtel und Sechzehntel nötigen Chor und Orchester Respekt ab. Es war uns eine große Freude, die Messe zum Ohlsbacher Pfarrfest zusammen mit den Musikerinnen und Musikern und mit Adrian Sieferle an der Orgel in einem feierlichen Gottesdienst einer großen Kirchengemeinde zu Gehör bringen zu dürfen (–> Presse).

Pfingsten

pfingstenAus dem griechischen „Pentekoste“ – der Fünfzigste – wurde bei seiner Reise durch verschiedene Kulturen und Lautverschiebungen im Laufe der Jahrhunderte schließlich unsere Bezeichnung „Pfingsten“. Dieses Fest wird am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert, es bildet den feierlichen Abschluss der Osterzeit und ist zusammen mit Weihnachten und Ostern das größte und wichtigste Fest der Christen. Der darauffolgende Sonntag Trinitatis, zugleich das Ohlsbacher Titularfest, ist dem Glaubensgeheimnis der Dreifaltigkeit geweiht.

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ heißt es in der Apostelgeschichte. Die Aussendung des Geistes über die Jünger war der Beginn ihrer Missionstätigkeiten. Deswegen wird Pfingsten auch Geburtstag der Kirche genannt.

Pater Josef Mandy begrüßte die Besucher des Gottesdienstes und feierte zusammen mit ihnen und dem Kirchenchor die Eucharistiefeier. „Dieser Geist ist auch uns geschenkt“, sagte er, „nicht als Erinnerung an Jesus, sondern als Gabe und Aufgabe, in seine Spuren zu treten.“

Mit dem Kanon „Lasset uns gemeinsam …“ und vierstimmig gesetzten Liedern aus dem Gotteslob begleitete der Chor die Pfingstfeier, die Orgel spielte pfingstlich und wie immer eindrucksvoll Adrian Sieferle.

Vorstandswahl

Vier neue Gesichter im Vorstand des Kirchenchors: Ruth Volak, Birgit Näger, Elisabeth Horn und Harald Möschle sind seit der Wahl am 18. April neu im Vorstandsgremium. Gerlinde Gräßle, Monika Stecher-Bartscher, Ralf Buser und Hans Seger verbleiben in ihren Ämtern.

vorstandswahl

Im Bild von links: Harald Möschle (Stimmensprecher Bass und Kassenprüfer), Monika Stecher-Bartscher (Stimmensprecherin Alt), Ruth Volak (Schriftführerin), Hans Seger (Vorsitzender), Gerlinde Gräßle (stellvertretende Vorsitzende), Dr. Christian Würtz (Leiter der Seelsorgeeinheit und Chorpräses), Elisabeth Horn (Stimmensprecherin Sopran und Kassenprüferin), Konstantin Bläsi (Chorleiter), Birgit Näger (Kassenwartin) und Ralf Buser (Stimmensprecher Tenor).

Hans Seger dankte Dr. Christian Würtz herzlich für die Übernahme der Wahlleitung, dem Chor für den fröhlichen und harmonischen Verlauf des Wahlabends und den bisherigen Vorstandsmitgliedern für ihren Einsatz und ihre engagierte Mitarbeit in den vergangenen Jahren. Er freute sich sehr, dass sich im Kirchenchor Ohlsbach so leicht Kandidaten für ein Ehrenamt finden lassen und sieht zusammen mit ihnen, dem Chorleiter Konstantin Bläsi und den Sängerinnen und Sängern sehr optimistisch in die Zukunft.

Ostern – Gounod’s Messe brève No. 7

ostern2Nach der Trauer über die Leidensgeschichte der Karwoche beginnt im Kirchenjahr am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond  eine große Freudenzeit. „Jeder sonnt sich heute so gern, sie feiern die Auferstehung des Herrn“ sagt Faust auf seinem Osterspaziergang.  Die Freude ist verständlich, denn schließlich ist die Auferstehung vor allem ein Sieg über den, den wir so sehr fürchten. „Tod, wo bleibt dein Schrecken?“. Passend dazu präsentierte sich dieses Jahr die Natur zum Ostersonntag wie neugeboren, „vom Eise befreit“, „durch des Frühlings holden, belebenden Blick“, so, als hätte auch sie gerade den Tod überwunden.

ostern1Zu diesem Freudentag hat der Chor im Hochamt am Sonntagmorgen die „Messe brève No. 7“ von Charles Gounod gesungen. Sie besticht durch ihre Schlichtheit und Klarheit und ist vielleicht gerade deswegen so feierlich und festlich, ein wunderbares Werk der Kirchenmusik. Organist war Max Hoferer, ein junges und vielversprechendes Talent an der Ohlsbacher Orgel.

ostern3Mit dem Auferstehungslied „Singt in jubelvollen Chören“ von Max Burger begannen wir die Eucharistiefeier, klangvoll begleitet vom Bläserquartett Maik Bartkowiak (Trompete), Eckhard Klotz (Trompete), Benno Haas (Tuba) und Sandra Leix (Horn). Nach Kyrie, Gloria, Sanctus und Benedictus aus der Messe brève spielten die Bläser zur Kommunion das Largo der Sinfonie „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvořák – ruhig und sehr gefühlvoll. Nach dem Agnus der Messe folgte zum Auszug, zusammen mit den Bläsern, „Erstanden ist der ostern4heilig Christ“ von Melchior Vulpius, ein Lied, das von den Regensburger Domspatzen einst in die „Gesänge für die Ewigkeit“ eingereiht wurde.

Charles Gounod war ein französischer Musiker und Komponist. Er wurde 1818 in Paris geboren und kam als Sohn einer Pianistin früh zur Musik. Reisen nach Italien, Österreich und Deutschland erweiterten seinen musikalischen Horizont. Aus seiner Feder stammt die „Inno e Marcia Pontificale“, die heutige Hymne des Vatikan. Er war sehr religiös und wandte sich im Alter intensiv der Kirchenmusik zu. Über 20 kirchenmusikalische Werke – Messen, Oratorien und Kantaten – sind von ihm bekannt. Er starb am 18. Oktober 1893 in Saint-Cloud in der Nähe von Paris.

Neujahrsempfang der Pfarrei

kircheneujahrSeit einigen Jahren ist der Neujahrsempfang der Pfarrei eine gute Gelegenheit, sich zu Beginn des Jahres zu treffen, um  sich zu unterhalten und auszutauschen, auf die Aktivitäten und Ereignisse der vergangenen 12 Monate zurückzublicken, hilfreiche Menschen zu ehren und die Planungen für das kommende Jahr zu besprechen.

Traditionell beginnt der Abend mit einer heiligen Messe in der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit. Auch dieses Jahr haben Kirchenchor und Gemeinde den Gottesdienst, der von Pfarrer Würtz zelebriert wurde,  mit Gesängen und Liedern begleitet und ihn so zu einer festlichen Eröffnung des Empfangs gemacht. Konstantin Bläsis Auswahl zeitgenössischer Werke aus dem Gotteslob, teils vom Chor alleine, teilweise zusammen mit der Gemeinde gesungen, unterstrich die Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft aller Kirchenbesucher besonders an diesem Abend

„Lobe den Herrn, meine Seele“, ein Chorsatz von Norbert Kissel und Gerhard Ziegler, bildete – den Refrain abwechselnd im Kanon gesungen – einen schwungvollen Übergang zu John Rutters Jubel „Nun danket alle Gott“ zum Abschluss der Messe. Wir wurden begleitet von Adrian Sieferle an der Orgel.

Weihnachten

krippe1Wenn man an die Musik in der Weihnachtszeit denkt, denkt man möglicherweise nicht auf Anhieb an ein Wiegenlied. Und doch, was liegt näher? Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einer Geburt unter widrigsten Umständen, von Todesdrohung, von Flucht und Verfolgung, von Obdachlosigkeit und Schutzbedürfnis. In solchen Situationen gibt es wahrscheinlich keine wirkungsvollere Methode, ein Kind zu beruhigen, zu trösten und in den Schlaf zu wiegen als ein Wiegenlied. Und keine schönere obendrein. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Maria ihrem Neugeborenen Wiegenlieder gesungen hat.

Viele Komponisten sind dieser Vermutung gefolgt und haben Wiegenlieder in ihre Weihnachtswerke eingeflochten, Johann Sebastian Bach in seinem Weihnachtsoratorium mit den Arien „Schlafe, mein liebster“ und „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“, Max Reger mit „Mariä Wiegenlied“, Edvard Grieg mit dem „Weihnachtswiegenlied“, John Rutter mit „Christmas Lullaby“ und viele andere.

John Rutter ist ein zeitgenössischer Komponist und Chorleiter. Wie sein Name vermuten lässt, entstammt er dem englischsprachigen Raum. Er ist 1945 in London geboren und wurde im Laufe der Jahre zu einem der bedeutendsten und auch populärsten Komponisten für Chorwerke. Er leitet die „Cambridge Singers“, einen Chor, den er 1981 gegründet und zu großen Erfolgen geführt hat. Der Kirchenchor Ohlsbach wagt sich immer wieder gerne an seine Werke heran und hat in der Messe am ersten Feiertag unter anderem sein 1989 entstandenes Weihnachtswiegenlied in der deutschen Übersetzung gesungen: „Strahlend und hell scheint ein Licht über Bethlehem“. Wir wurden begleitet von Daniela Neff, Violine sowie von Ruth Gröning und Janika Müller, Querflöte. „Christmas Lullaby“ – so der Originaltitel des Werkes – ist ein wunderbar ruhiges und sanftes Weihnachtslied, denn „Engel erfüllen die Lüfte mit Schall“.

Jahresversammlung

JV1Am Freitag, den 18. November, fanden sich die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores Ohlsbach samt Partner zu ihrer alljährlichen Hauptversammlung ein. Nach der Begrüßung durch Vorstand Hans Seger und einem Essen im festlich geschmückten Gemeindehaus bedankte sich Pfarrer Dr. Würtz für die geleistete Arbeit im vergangenen, gewiss nicht einfachen Chorjahr. Er gab seinem Wunsch Ausdruck, dass der Chor in seiner bewährten Weise weiterhin eine engagierte Gruppe der Pfarrei bleiben möge und wünschte dem neuen Chorleiter Konstantin Bläsi alles Gute. Für jeweils zehnjährige Chorzugehörigkeit ehrte er die beiden Sängerinnen Christine Herrmann und Gabriele Kuhn. Fünf langjährige und treue Chormitglieder, die aus Altersgründen ihre aktive Chormitgliedschaft beendeten, wurden von Dr. Würtz und Hans Seger verabschiedet.

JV3Kassiererin Christine Roth beschrieb die gute finanzielle Lage des Chors und wurde von den beiden Kassenprüfern entlastet. In einem eindrucksvollen Rückblick – unterlegt mit Bildern und Gesängen des vergangenen Jahres – ließ Schriftführerin Christine Herrmann das Jahr noch einmal Revue passieren, in dem erfreulicherweise drei neue Chormitglieder dazugekommen sind. Neben zahlreichen Chorauftritten sind mehrere Höhepunkte des Kirchenjahres zu nennen: die Pastoralmesse von  Diabelli an Weihnachten, Mozarts Krönungsmesse zu Ostern sowie die Bachkantate 129 zum Dreifaltigkeitsfest unter der Mitwirkung des Jugendprojektorchesters der Pfarrei, Agnes Banrevy an der Oboe und der Solistin Frau Wartmann-Bührer. Auch die feierliche Abendmesse anlässlich der Verabschiedung von Chorleiterin Ulrike Neff war ein JV2intensives Ereignis, das der Chor unter neuer Leitung mitgestaltet hat.

Konstantin Bläsi, seit Herbst diesen Jahres neuer Chorleiter des Kirchenchores Ohlsbach, sprach in seinem Beitrag über die Beweggründe seiner Bewerbung auf die ausgeschriebene Chorleiterstelle, über seine Erwartungen an den Chor und über Pläne und Ideen, die er gemeinsam mit ihm umsetzen möchte.

In seinem Schlusswort führte Vorstand Hans Seger an, wie sehr man sich freue, dass die Gemeinden des vorderen Kinzigtals in einer schwierigen Zeit für die Kirche bei immer größeren Seelsorgeeinheiten und immer kritischerer Personalsituation mit Herrn Dr. Würtz einen jungen, engagierten und gut ausgebildeten Pfarrer bekommen hat. Er dankte den Chormitgliedern und insbesondere seinen Vorstandkolleginnen ganz herzlich für ihre Mithilfe und ihre Bereitschaft, auch ein anstrengenderes Chorjahr gut zu meistern und wünschte dem Chor eine gute Zukunft. Nach dem offiziellen Ende der Jahresversammlung schloss sich das gesellige Beisammensein an und klang in fröhlicher Runde aus.

Abendmesse anlässlich der Jahresversammlung

Cäcilia2Im Gottesdienst am Abend der Jahresversammlung gedachte der Kirchenchor der heiligen Cäcilia und seiner verstorbenen Mitglieder und Dirigenten.

Cäcilia – ihr Gedenktag ist der 22. November – ist die Patronin der Kirchenmusik. Der Legende nach wurde sie um 200 n. Chr. in Rom geboren. Im Zuge der Christenverfolgung sollte sie im Alter von 30 Jahren enthauptet werden, was dem Henker trotz mehrerer Versuche nicht gelungen sein soll. Schwer verwundet lebte sie noch drei Tage und vermachte all ihr Hab und Gut den Armen. Man legte die Tote in einen Zypressensarg, der römische Bischof Urban I. bestattete sie später in der Callistus-Katakombe. An der Stelle ihres Wohnhauses baute man im 4. Jahrhundert eine Kirche, die heutige Basilika Santa Cecilia in Trastevere, einem Stadtteil Roms. Alle fünf großen christlichen Kirchen, die katholische, evangelische, anglikanische und die beiden orthodoxen, gedenken der Cäcilia am 22. November.

Viele Komponisten – darunter Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und Benjamin Britten – erstellten Hymnen und Werke für Cäcilienfeiern. Diese Feiern wurden im großen Stil vor allem im 17.  und 18. Jahrhundert begangen.Der Chor sang in der Abendmesse eine Cäcilienhymne nach einem Volkslied aus den Niederlanden: „Liebe Freunde, lasst uns singen, Sankt Cäcilia zur Freud!“

Es heißt: „Cäcilia im weißen Kleid, erinnert an die Winterszeit“.

Allerheiligen

All-SaintsDer üblicherweise trübe November, in dessen Anfang sich dieses Jahr aber Farben und Strahlen des Oktobers hinübergerettet haben, ist ein Monat des Gedenkens und Erinnerns. Er beginnt mit dem Festtag, an dem aller Heiligen gedacht wird, auch derer, die nicht heiliggesprochen wurden und die möglicherweise niemand kennt. Da es inzwischen so viele sind, dass die Tage eines Jahres bei weitem nicht ausreichen würden, ihrer einzeln zu gedenken, erinnert das Fest Allerheiligen an sie alle gemeinsam.

So sprach auch Pfarrer Würtz von einem „Paukenschlag“, mit dem der November beginnt, mit einem Fest des Jubels und der Freude. Er wies auf zwei Aspekte dieses Tages hin: Den der Freude über die Schar der unzähligen Heiligen und zum anderen, dass auch wir zur Heiligkeit berufen sind.

Der guten Tradition folgend hat der Kirchenchor unter seinem neuen Chorleiter Konstantin Bläsi, der auch das Orgelspiel übernahm, den Gottesdienst mit seinen Liedern begleitet, das „Kyrie“ und – dem Charakter dieses Tages entsprechend – das „Halleluja“ im Wechsel mit der Gemeinde.

Verabschiedung von Ulrike Neff

ulrike2Die Begriff „Koryphäe“ stammt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Spitze oder einen Gipfel. Insbesondere bezeichnete man damit in der Antike auch einen Chorführer oder eine Chorführerin. Vor diesem Hintergrund darf man Ulrike Neff guten Gewissens eine Koryphäe der Kirchenmusik in Ohlsbach nennen. Sie übernahm 1991 den Kirchenchor Hl. Dreifaltigkeit und seither war ihr Name, wie Bürgermeister Horst Wimmer im Mai dieses Jahres zu ihrer Ehrung ausführte, „untrennbar mit der Kirchenmusik in Ohlsbach verbunden“.

In den vergangenen 20 Jahren prägte der Chor unter ihrer Leitung die musica sacra in Ohlsbach und gab große und glanzvolle Konzerte –>, festliche Ereignisse für die Kirchengemeinde, Höhepunkte für den Chor und unvergessen für die Sängerinnen und Sänger wie auch für die Zuhörer. Sie führte den Chor, wie es der Chronist Hermann Brüderle –> ausdrückte, „zu nie gekannten Höhen“. Sie ist der Klassik und der Moderne gleichermaßen verbunden, wagte sich gerne auch an schwierige und weniger bekannte Werke heran, gab immer wieder jungen Nachwuchsmusikern die Chance, in die Kirchenmusik hineinzuwachsen und bescherte den Ohlsbachern zu allen wichtigen Terminen im Kirchenjahr feinfühlige, sorgsam ausgewählte und gut einstudierte Kirchenmusik. Sie und ihr Chor trugen somit ganz erheblich dazu bei, dass die großen kirchlichen Feiertage in Ohlsbach auch feierliche Feste mit hohem Musikgenuss waren. Sie fühlt sich der Ökumene verpflichtet und pflegte im pfingstlichen Geist ein vertrauensvolles Verhältnis mit der evangelischen Kirchengemeinde.

Nach 20 Jahren gab Ulrike Neff im September 2011 den Chor in andere Hände. Sie wurde am 22. Oktober in einer feierlichen Abendmesse verabschiedet, selbstverständlich begleitet von „ihrem“ Chor unter der Leitung ihres Nachfolgers Konstantin Bläsi. Zelebranten waren Pfarrer Dr. Christian Würtz, Leiter der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal, und Pfarrer i.R. Richard Huber, langjähriger Seelsorger in Ohlsbach und ihr Wegbegleiter in diesen Jahren. Der Kirchenchor Hl. Dreifaltigkeit Ohlsbach freute sich sehr über alle, die Ulrike an diesem Abend die Ehre gaben!

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Ein herzliches Willkommen!

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Der Kirchenchor Hl. Dreifaltigkeit Ohlsbach begrüßt seinen neuen Chorleiter und heißt ihn herzlich willkommen! 

Liebe Kirchengemeinde,
als neuer Chorleiter des Kirchenchores Ohlsbach möchte ich mich heute kurz mit meinem musikalischen Werdegang vorstellen. Mein Name ist Konstantin Bläsi. Ich bin 23 Jahre alt, studiere an der Hochschule Offenburg „Angewandte Informatik“ und singe seit zehn Jahren  im Kirchenchor meiner Heimatgemeinde Neuried-Ichenheim. Seit Jahresbeginn 2011 leite ich diesen Chor. Nach dem Abschluss der C-Musiker-Ausbildung im Jahr 2007 begann ich mit dem Organistendienst und wirke als Pianist im Kammermusikzirkel Ichenheim solistisch und gesangsbegleitend mit. Die Größe des Ohlsbacher Chores und dessen Leistungsbereitschaft haben mich bewogen, mich um diese Stelle zu bewerben. Es begeistert mich, mit diesem leistungsfähigen Chor meine musikalischen Vorstellungen umsetzen zu dürfen. Ich freue mich auf eine gute  Zusammenarbeit mit dem Chor und der Vorstandschaft.

Mit herzlichen Grüßen,
Konstantin Bläsi

Einladung nach Kippenheim

a201108_1Auf Einladung des Dekans von Kippenheim, Gerhard Vetterle, gestaltete der Ohlsbacher Kirchenchor im Rahmen seines Jahresausfluges den Gottesdienst am Sonntagmorgen in der St. Mauritius-Kirche mit. 

„Wir sind hier“ – mit diesem eindrücklichen Song von Gregor Linßen eröffnete der Chor musikalisch diesen Gottesdienst zum 16. Sonntag im Jahreskreis. Da die Thematik dieses Sonntages von dem Bezug in den Gleichnissen Jesu zu der Aussaat der Senfkörner spricht, hat der Chor naturbezogene Chorsätze in den Gottesdienst eingebracht, so z.B.  „ Schau auf die Welt“ von J. Rutter. 

Im Vorgriff auf den Besuch der Synagoge, der sich dem Empfang anschloss, sang man auch den Satz: „Dein Wort, Herr, bleibt ewig“ mit dem für die jüdische Kultur prägenden Bild des „Wortes, das meines Fußes Leuchte ist“.  Gerade in der Kippenheimer Synagoge findet man rechts und links der Ausgangstür diese eingegipsten Vertiefungen, die die Leuchten bargen.

Nach dem Mittagessen im Brauhaus Schmieheim fuhr der Chor an den Kaiserstuhl, wo sich eine Rebenfahrt mit dem Traktor und eine Kaffeepause anschlossen.

Fronleichnam

a201107_1Fronleichnam  23. Juni 2011

Farbenfrohe, geschmückte Altäre gaben dem diesjährigen Fronleichnamsfest, das erstmals mit dem Gottesdienst am neuen Dorfplatz begann, einen besonderen Rahmen. In freier Natur Gottesdienst zu feiern, durch die Prozession ein Glaubenszeugnis abzulegen, fand auch beim diesjährigen Hochfest viele Teilnehmer.

Der Gottesdienst wurde musikalisch traditionell von der Musik-und Trachtenkapelle gestaltet und vom Kirchenchor dann an den Stationen weitergeführt. Das Thema der diesjährigen Stationen begann mit dem Blick auf die eigene Gemeinde, ihre Pfarrkirche und ihre Pfarrgemeinde. „Planen und bauen, Neuland begeh‘n, miteinander glauben und sich versteh’n“, diese Strophe des Liedes „Suchen und fragen“ aus dem Freiburger Chorbuch fügte sich thematisch treffend in dieses Thema der 1. Station ein. 

Die 2. Station stand unter dem Thema: „Unser Volk und alle, die bei uns leben“. Hierzu wurde das Lied aus dem Neuen Geistliche Liedgut „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“ mit der Gemeinde gesungen.

Die 3. Station stand unter dem Thema der Kirche, die an Christus glaubt. „Dach überm Kopf“ war der Beitrag des Kirchenchores, der sich an der Thematik der beschützenden Kirche, ebenso der Kirche, die für alle offensteht, orientierte. 

Die 4. Station: „Unsere Welt mit allen Völkern und Sprachen“ Hier bat der Chor mit dem Liedsatz „Für das Heil, Herr, aller Völker“ um Einigkeit und Gottes gutes Geleit in den Differenzen der Zeit und der Völker.

Der sakramentale Segen in der Pfarrkirche bildete den Schluss der 3 Prozessionen, die, beginnend  mit Christi Himmelfahrt, Dreifaltigkeitsfest und Fronleichnam, noch eine christlich-dörfliche Tradition darstellen.

Bachkantate zum Hochfest Trinitatis

a201106_4Trinitatis – das Dreifaltigkeitsfest am Sonntag nach Pfingsten ist für die Ohlsbacher Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit zugleich das Titular- bzw. Pfarrfest. Pfarrer Würtz hat den Festgottesdienst am Sonntagmorgen zusammen mit der Gemeinde gefeiert, der Kirchenchor hat ihn zusammen mit dem Jugendprojektorchester und der Solistin, Frau Wartmann-Bührer, musikalisch gestaltet. Als Festtag wurde Trinitatis 1334 von Johannes dem XXII. in den Römischen Kalender eingeführt. Die östlichen Kirchen feiern dieses Fest am Pfingstsonntag, die westlichen eine Woche später. Es gilt: „Ist Dreifaltigkeit klar und hell, wächst der Hafer b’sonders schnell.“

a201106_5„Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen“. Diese Aussage von keinem geringeren als L.v. Beethoven zeigt schon ungefähr 80 Jahre nach seinem Tode die Achtung, die Johann Sebastian Bach von seiner Nachwelt auf sich zog. Während seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig schuf er insgesamt über 300 Kantaten.

Im Jahre 1726 hat Johann Sebastian Bach seine Kantate „Gelobet sei der Herr, mein Gott“ zum Sonntag Trinitatis geschrieben und uraufgeführt.  Sie zeichnet sich unter anderem durch den feierlichen Eingangsvers für 3 Trompeten, 2 Oboen, Pauke, Streichorchester und 4-stimmigen Chor aus. Die Zahl drei, in vielen Religionen Inbegriff der Vollkommenheit, findet sich immer wieder in diesem Werk: Im drei-sechzehntel Auftakt für die drei Trompeten, im dreitaktiken Thema des Orchesters, in den drei Arien.

Der Kirchenchor Ohlsbach, das Jugendprojektorchester der Pfarrei und die Solistin, Frau Wartmann-Bührer, haben Chorsätze und Solo-Arien aus dieser wunderschönen Kantate in den Gottesdienst eingebracht. Ebenso haben Chor und Orchester aus der Kantate 147 den berühmten Choral  „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ musiziert.

Cluster, Chor-Background, Kreatives – Pfingsten ist so vielseitig

a201105_2Geheimnisvoll beginnt der Introitus „Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis“, mit aufsteigenden Clustern – als ob er sich nach und nach durch die Kontinente wälzt. „Nichts bleibt ihm verborgen“. Ausdrucksstark wird dieser Satz im Introitus bestätigt mit dem „Halleluja“ und dem anschließenden Lied für die Gemeinde „Der Geist des Herrn“.

Der abwechslungsreiche Pfingstgottesdienst, mit moderner Psalmodie unterlegtem „Sanctus“ schon während der Präfation, dem aufsteigenden „Amen“ nach dem Abschluss des Hochgebetes sowie dem Chorabschluss des Vater Unser und dem erhabenen Chorsatz „There’s a wideness in God’s mercy“ von Maurice Bevan war ein musikalischer Akzent zu diesem wunderschönen Hochfest, dem Geburtstagsfest der Kirche. Happy birthday, lebendige Kirche!

Ostern mit der Krönungsmesse von W.A. Mozart

a201104_2Vermutlich an Ostern im Jahre 1779 wurde Mozarts Krönungsmesse erstmals aufgeführt. Ihren Titel hat diese Messe der Nachwelt zu verdanken, die in dem festlich geprägten Duktus des Eröffnungschors eine Assoziation an eine Krönungsfeierlichkeit hergestellt hat. In der Tat ist diese Messe wohl Mozarts volkstümlichste Kirchenkomposition und gehört zu a201104_1den bekanntesten Messvertonungen überhaupt. Der Kirchenchor Ohlsbach hat diese Messe im Osterhochamt gesungen, mit Orgelbegleitung durch Herrn Alban Lipps und mit choreigenen Solisten.

In der Osternacht hat der Chor in bewährter Weise mit Gesängen aus Taizé die Osternachtsfeier mitgestaltet. Zeitgleich mit der Osternachtsfeier findet  in Taizé an jedem Samstagabend um 20.30 Uhr das „Abendgebet mit dem Osterlicht“ statt. Diese Gesänge, die durch ihre Schlichtheit eine ganz eigene Dynamik entwickeln, fügen sich wunderbar in das „Hören und Beten“ unserer Osternachtsliturgie.

Auf der letzten Bildtafel des Ohlsbacher Kreuzwegs ist die Auferstehung dargestellt. Der Kreuzweg ist das Werk des Jestetter Bildhauers Siegfried Fricker, der ihn zwischen 1973 und 1976 aus dem zweihundertjährigem Eichenholz eines Glockenstuhls geschnitzt hat. Er ist eine Kostbarkeit der Ohlsbacher Pfarrkirche und das letzte Werk Siegfried Frickers, der kurz nach der Fertigstellung starb.

Josefstag mit Gregorianik

a201101_1Seit langer Zeit durchbricht das Hochfest zum Gedenken an den Hl. Josef die Fastenzeit, was die Kirche auch mit dem Singen des „Gloria“ hervorhebt. In manchen Kantonen der Schweiz wird dieser Tag heute noch als Feiertag begangen. Die uralten gregorianischen Melodien sind uns in diesem Gottesdienst begegnet. Jene Melodien, die im 8. Jahrhundert von Papst Gregor gesammelt wurden und in allen Gesangbüchern über Jahrhunderte hinweg nicht wegzudenken waren.

Unser Chor hat diesen responsorischen und antiphonalen Stil auch mit räumlicher Aufteilung in der Kirche möglichst nah an seiner Ursprungsform gesungen. Aus der frühen Mehrstimmigkeit haben wir das „Ave Maria“ von Nicolas Gombert in geteilter Choraufstellung in den Gottesdienst eingebracht, denn gerade am Festtag des  Bräutigams  der Gottesmutter Maria ist der Lobpreis an sie nicht wegzudenken. Den Schluss bildete dann das Abendlied von Leo Langer „Bevor des Tages Licht vergeht“.

Gottesdienst im Krankenhaus Gengenbach

Pfarrer Wittemann in der AbendmesseBei der Abendmesse im Krankenhaus GengenbachSchon in den vergangenen Jahren hatte der Chor karitative Auftritte:  Im Altersheim „Haus Bethanien“ der Schwestern in Gengenbach, in der Seniorenresidenz Kinzigtal mit einem Frühlingskonzert, aber auch innerhalb von Gottesdiensten, beispielsweise in der Wallfahrtskirche in Zell a.H., bei Dekan Gerhard Vetterle in Kippenheim, in der jetzigen Ruhestands-Pfarrei unseres ehemaligen Pfarrers Richard Huber und in Ebersweier.

Dieses Jahr wollte der Kirchenchor mit der Gestaltung des Vorabend-Gottesdienstes in der Krankenhaus-Kapelle  eine willkommene Abwechslung für die Kranken, das Pflegepersonal, aber auch den dortigen Pfarrer Wittemann anbieten. Dazu hatte sich der Chor viele Gemeinde-Lieder ausgesucht, die entweder mit Chor-Zwischenstrophen, als Kantor oder mit einem schönen Chorsatz gesetzt sind. Die Gemeinde  nahm  diese Abwechslung dankbar an.

Gottesdienst vor dem Neujahrsempfang der Pfarrei

a201101_1Nach der heimeligen und diesmal winterlichen, weißen Weihnacht begannen nach Dreikönig die Sonntage des Kirchenjahres. Am 3. Sonntag des Kirchenjahres hat der Chor zu Beginn dieser Sonntags-Reihe mit neuem geistlichem Lied einen Akzent und einen Kontrast zu den vorausgegangenen Zeiten des Kirchenjahres gesetzt.

Auch hier hat die Kirchenmusik einen wunderbaren Fundus für diese dankbar angenommenen Lieder und Gesänge. Hierbei übernahm der Chor oft die Kantorenrolle, begab sich in einfacher Mehrstimmigkeit in den Gemeinde-Gesang, setzte aber auch Akzente durch die doppelchörigen Akklamationen zum Kyrie oder zum Schlusslied mit dem gern gesungenen und gehörten „Evensong“.

Die Ostinato-Stimmen der Männer unter den Strophengesängen der Frauen zusammen mit der Gemeinde zeigte einmal mehr, dass der Chorgesang „ganz nah“ bei den Gemeindeliedern im NGL-Stil eine Bereicherung und ein Schmuck für diese Form der Kirchenmusik sein kann.

Weihnachten – Pastoralmesse von Anton Diabelli

20101225Diabelli2Ganze 24 Tage hat Anton Diabelli der Überlieferung nach an dieser klassischen Pastoralmesse  in F-Dur  komponiert und das Werk am 25. November 1830 fertiggestellt. Es war ihm äußerst wichtig, den liturgischen Text sehr sorgfältig zu vertonen. Meisterhaft verwendet er im Credo den Choral. Gewissermaßen den Höhepunkt bildet aber doch das ebenso tiefempfundene wie volkstümliche Agnus Dei. Durch das ganze Werk weht Weihnachtsstimmung mit ausgesprochen bodenständigem Einschlag. Diabelli starb 77-jährig und ist in der Nähe von Mozart am St. Marxer Friedhof beerdigt.

20101225Diabelli1Das Jugendprojektorchester unserer Pfarrei, bestehend aus Flöte, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, zwei Trompeten, zwei Pauken, Violine 1 und 2, Bratsche, Cello, Kontrabass und Orgel hat den Kirchenchor bei dieser Messe musikalisch begleitet und einmal mehr jungen, motivierten Musikern die Möglichkeit geboten, auch in der Kirchenmusik ihr Können einzusetzen. Der Chor hat aus dieser Messe das Kyrie, Gloria, das Sanctus und Agnus Dei in das weihnachtliche Hochamt eingebracht und somit auch diesem Festtag einen wunderbaren Klang verliehen.

Jahresversammlung

Zu seiner jährlichen Versammlung hatte der Kirchenchor am Abend des 19. November eingeladen. Hans Seger begrüßte die Sängerinnen und Sänger des Chores mit ihren Partnern, die Gäste und insbesondere den langjährigen Gemeindepfarrer Richard Huber.

Nach dem gemeinsamen Abendessen nahm Richard Huber einige ganz besondere Ehrungen vor. Denn Anneliese Lehmann, Berta Bauer und Hannelore Bruder singen bereits seit 60 Jahren im Chor, Hermann Brüderle, Erwin Bruder und Otto Spitzmüller sogar seit 65 Jahren. Besonders große Dankbarkeit galt der für 70 Chorjahre geehrten Monika Riehle.

Jubilare bei der Jahresversammlung 2010

Kassiererin Christine Roth referierte über die nach wie vor gute finanzielle Lage des Chors. In gekonnter Weise hielten Christine Herrmann und Hans Seger Rückblick mit einer visuellen Präsentation des zu Ende gehenden Kirchenjahrs, in dem 22 Chorauftritte, 42 Proben und 12 Satzproben gemeistert wurden.

In seinem Dank an Ulrike Neff  wies Hans Seger im Anschluss an den Rückblick auf die Anstrengungen und Mühen hin, die ein derart ausgefülltes Kirchenjahr vor allem für eine Chorleiterin bedeuten. Dass sie bei alledem die Chorarbeit immer sehr konzentriert, bestens vorbereitet, fröhlich und mit Schwung angehe, verbunden mit einer tiefen Kenntnis der Kirchenmusik und der Liturgie, schätze der Chor auch nach 19 Jahren Chorleitung außerordentlich.

Mehrere Höhepunkte zeichnen dieses Kirchenjahr aus: Ein feierlicher Gottesdienst mit Harfe an Weihnachten, Barockmusik mit dem Jugendprojektorchester an Ostern, moderne Jazzarrangements mit dem Saxofonquartett der Stadtkapelle Offenburg sowie auch schlichte gregorianische Gesänge in der Fastenzeit und ein Gottesdienst zum 35. Geburtstag des Gotteslobes.

Im musikalischen Rückblick von Ulrike Neff ragten die Auftritte im ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag in Ohlsbach sowie im Gottesdienst an Allerheiligen heraus. Stellvertretend für viele ehrenamtliche Engagements dankte die Chorleiterin dem evangelischen Sänger Kurt Nitt, der mit seinem Beitrag auf den Internetseiten des Chors die Ökumene gerade für evangelische Sänger im katholischen Chor mit Leben füllt. Ulrike Neff dankte den Mitgliedern des Vorstands sowie dem Vorsitzenden Hans Seger und seiner Frau Rosi für die vielseitigen Aufgaben, die sie zusammen mit Gerlinde Gräßle, Christine Roth und Christine Herrmann übernahmen. Begrüßen konnte der Chor die neue Alt-Sängerin Simone Hoferer.

Im neuen Kirchenjahr, das mit dem Advent begann, hat sich der Kirchenchor wieder viel vorgenommen. Man steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für die Pastoralmesse von Diabelli – Orchester und Chor – zum Weihnachtshochamt. Daneben sind Singen im Krankenhaus, Psalmgottesdienste in der Fastenzeit, Krönungsmesse an Ostern und eine Bachkantate zum Trinitatis-Fest geplant. An geselligen Akzenten soll es neben einer Maiandacht auf Berghauptens „Klingelhalde“ einen Ausflug zu jüdischen Wurzeln nach Kippenheim und einen Wandertag geben.

Gottesdienst anlässlich der Jahresversammlung

logokPfarrer Arnold und Pfarrer Huber in der AbendmesseWenn der Kirchenchor jedes Jahr im November um  dem Gedenktag der Patronin der Kirchenmusik Rückblick auf das Gewesene und Ausblick auf das Kommende hält, dann soll auch musikalisch vor allem der Rückblick auf das zu Ende gehende Kirchenjahr noch einmal ein Streifzug durch die verschiedensten Musiken des Jahres sein.

Auch in diesem Jahr war vom Barockgesang über klassische Chorsätze, zeitgenössischer Musik bis hin zu den modernen Musicalkompositionen wieder ein Querschnitt durch vier Jahrhunderte der Kirchenmusik hörbar. Ob mit Orchester oder Harfe, mit modernem Saxofonensemble oder einfacher Orgelbegleitung, mit Solo-Oboe oder Solo-Stimmen – in vielen verschiedenen Klangfarben brachte sich der Chor samt Musiker oder Solisten in die jeweiligen Gottesdienste ein.

Der Kirchenchor Ohlsbach hat in dem Gottesdienst seiner verstorbenen Mitglieder und Dirigenten gedacht und auch seiner  Patronin, der heiligen Cäcilia, die Ehre erwiesen. Möge sie uns auch im kommenden Jahr Fürsprecherin sein und die gute Gemeinschaft beschützen.

Allerheiligen

“Der religiöse Volksgesang soll eifrig gepflegt werden.“ So sieht es das 2. Vatikanische Konzil in seinem 6. Buch vor, in dem die Kirchenmusik ihren eigenen Platz findet.

An Allerheiligen hat der Kirchenchor ganz bewusst diesem Anliegen Rechnung getragen. Der Chor hat hierbei entweder als Psalmen-Rezitator, als Vorsänger, als Kanon-Stimme oder mit Zwischenrufen Akzente in das Gemeindelied gesetzt, die das alltägliche Liedgut aus dem Gotteslob in neuem Kleid feierlich werden ließen.

Gut vorbereitet können solche Chor-Funktionen dazu führen, dass  die Gemeinde  die Lieder wieder neu schätzen und lieben lernt, sich des Textes neu bewusst wird oder dass eingeschliffene Rhythmisierungen wieder ihrem Ursprung getreu werden. Denn noch immer hat unser Gotteslob unsagbare Schätze an kirchenmusikalischem Liedgut parat.

Erntedank

Erntedank 2010Zum Ende des Sommers, wenn der Herbst Einzug gehalten hat und die Ernte weitgehend abgeschlossen ist, feiern viele Kulturen und Religionen ein Erntefest. Für die großen Religionen ist das, was auf der Erde wächst und gedeiht, eine Gabe Gottes. Deshalb ist ihr Erntedankfest vor allem  eine religiöse Feier.

In den katholischen Gemeinden Deutschlands wird dieses Fest am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, in den evangelischen üblicherweise am Sonntag nach dem 29. September, dem Michaelistag. In aller Regel feiern wir also am gleichen Tag. Pfarrer Arnold feierte zusammen mit der Gemeinde und dem Chor das diesjährige Erntedankfest am 3. Oktober in einer Eucharistiefeier.

………gepriesen bist Du, Gott……..Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit…….  Wie vertraut sind uns diese Sätze zu Beginn der Gabenbereitung in jedem Gottesdienst. An Erntedank haben wir allen Grund, bewusst für die reiche Ernte in diesem Jahr zu danken. Dieser Dank sollte auch durch vielfältige Musik ausgedrückt werden – wie ein Streifzug durch die reiche Ernte.

John Rutter schrieb eigens zu Erntedank „Schau auf die Welt“, das in einfacher Satzweise Lob und Dank ausdrückt. Das Gloria wurde durch einen „Introitus“ eingeführt und vollendet – es sollte gleichsam das Lob an den Schöpfer „ausschmücken“.

Erntedank 2010Im Wechsel mit der Gemeinde wurde das Gabenbereitungslied „Herr, wir bringen in Brot und Wein“ eingebracht. Der Chor übernahm die Zwischenstrophen.

Der Friede kommt – auf leisen Sohlen“ – ein Flüsterlied auf ganz andere Art, geschöpft aus dem Reichtum der liturgischen Musik.

Zur Kommunion wurde das Duett „Panis angelicus„, das himmlische Brot, von Cesar Franck besungen.

Und zum Schluss ließ der Chor im Wechsel mit der Gemeinde das traditionelle Lied: Nun danket alle Gott mit Zwischenstrophe noch einmal als vereintes Lob an den Geber und Schöpfer aller Gewächse erklingen. Es ist ein guter Brauch, dieses Fest jährlich zu begehen, in dem uns immer wieder bewusst wird, dass nichts selbstverständlich ist und wir die Empfänger von so viel Gnade sind.

Verabschiedung von Astrid Auernhammer

Zum 1. September 2009 kam eine junge Frau aus Unterwittighausen in unsere Seelsorgeeinheit, um hier ihr berufspraktisches Jahr zu absolvieren. „Die Zeit mit Himmelsfarben färben“ – mit diesem Zitat aus einem Lied von Peter Reulein überschrieb sie ihre Begrüßung und führte weiter aus: „Musik ist ein Hobby von mir. Ich singe und spiele auch ein paar Instrumente. Mit Musik kann ich meinen Glauben ausdrücken, Musik gibt mir Ruhe und Kraft, Musik verbindet Menschen untereinander. Und hier steckt eine Hoffnung von mir: Dass ich in der Zeit, in der ich in der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal tätig sein darf, vielen Menschen begegne und durch das gemeinsame Astrid AuernhammerArbeiten, Beten oder Feiern  – Gottesdienste und auch Feste – eine Verbindung  entstehen kann.“ Ihr Jahr im vorderen Kinzigtal ging aus Sicht der Ohlsbacher viel zu schnell vorbei. Sie wurde am 25. Juli im Sonntagsgottesdienst verabschiedet.

. . . Deine Augen sollen sehen, was gesehen werden muss . . .
Mit diesem Lied aus Gregor Linßens Musical „Die Spur von morgen“ wiollte der Kirchenchor Ohlsbach Astrid Auernhammer einen wachen Blick mitgeben für das, was in ihrer neuen Aufgabe als Gemeindeassistentin in Schwetzingen auf sie zukommt. Astrid war in dem Praktikumsjahr, das sie hier in Ohlsbach absolviert hatte, Sängerin in unserem Chor und hat so Interesse an den musikalischen Strukturen in der Pfarrei gezeigt und gelebt.

Gott segne und behüt Dich
Diese Segensbitte von John Rutter wird einmal mehr durch ihre Tonartwechsel auf engstem Raum, ihr fugaler Schlusssatz im „Amen“ und ihres spannungsreichen Continuo-Parts zur gelungenen Symbiose von Text und Musik und dadurch zur Verkündigung und hörbaren Bitte um den Schutz und Segen für uns alle.

Alles was atmet
Dieser Lobpreis an alles „Heilige“, was vor dem Schöpfer Gott Bestand hat, schließt auch uns Menschen ein und lädt uns ein, wieder aufs Neue dieser Rolle gerecht zu werden – im Alltag und im Leben allgemein.

Alle Dinge dieser Welt
beschreibt die vielfältigsten Schöpferwerke der Natur und endet eindrucksvoll mit den Worten: „…der Herr hat sie gemacht.“ Welch schöne Elemente zu Beginn eines Gottesdienstes.

Dieser Gottesdienst, der sich an den wunderbaren Schöpfungen orientierte, sollte bewusst den Blick vom Abschied auf unser Dasein in der Weite unseres Lebens lenken und so auch Astrid die kommende Aufgabe in Schwetzingen im gleichen Maße sehen lassen, wie sie ihre Bestimmung in Ohlsbach gesehen hat. Ihre Aufgabe, sich auch an der neuen Stelle für das Wirken Gottes einzusetzen,  begleiten wir mit den besten Wünschen für ihre Zukunft und dankten ihr auf diesem Wege ganz herzlich für ihre Zeit, die sie mit uns verbracht hat.

Einweihung des neuen Dorfplatzes

Agora, Campus, Piazza, Place, Plaza, Námestí, Square, Torg – „ein Platz ist eine von Gebäuden umbaute freie Fläche in Städten“. Diese Definition ist nicht ganz vollständig und zur Beschreibung des Boerscher Platzes viel zu nüchtern. Benannt nach Ohlsbachs schöner Partnergemeinde Boersch am Fuße des Odilienbergs im Elsaß wurde der Platz im Zuge der Sanierung des Ortskerns erneuert. Er ist nun wohlgestaltet, und wer auf ihm steht, hat neben seinen Besonderheiten auch das Rathaus, die Dorfmitte, die Ohlsbacher Reben mit der Kapelle „Maria im Weinberg“ und, von besonders disponierten Stellen aus, auch die Pfarrkirche im Blick.  Das Element Wasser hat seinen Raum und in seiner Mitte steht eine junge Eiche, ein Symbol für Zuverlässigkeit und Beständigkeit; sie macht den Eindruck, als fühle sie sich wohl und als hätte sie die Absicht, noch viele Jahre mitten unter den Ohlsbachern zu verweilen. Am 27. Juni wurde der neue Dorfplatz  mit einem feierlichen Gottesdienst, den der frühere Ohlsbacher Pfarrer Richard Huber zelebrierte, eingeweiht. 
Einweihung des neuen Dorfplatzes, Pfarrer Huber mit Chor„……...ich habe lieb die Stätte Deines Hauses…………“ Diesen wunderbaren Chorsatz von Max Reger hat der Kirchenchor für den Gottesdienst ausgesucht, der dann weitergeführt wird mit den Worten: „…………..und den Ort, an dem Du wohnest

Die harmonisch geschwungene Sandsteintreppe bot für diesen Gottesdienst hinter dem Rathaus eine herrliche Kulisse und einen erhebenden Ort, um Dank zu sagen für all das Gute und Neue, das der Gemeinde damit geschenkt wird: ein Ort der Begegnung – mitten in Ohlsbach. Festliche Chöre  von Ignaz Schnabel  wie „Herr, unser Gott“ und  „Preiset froh den König“ fügten sich als homophone Kompositionen in diesen festlichen Gottesdienst ein.


„…………dass wir uns hier in diesem Tal, noch treffen so viel tausend Mal – Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad„. Das bekannte Volkslied mit dem Segenswunsch in der 3. Strophe hatte seinen berechtigten Platz in diesem Gottesdienst und stand vor der Segensbitte. Der Chor präsentierte sich, ähnlich wie an Fronleichnam, der ganzen Gemeinde und brachte nach den abwechslungsreichen Gottesdiensten an Pfingsten und am Dreifaltigkeitssonntag die klassischen Chorsätze gekonnt ein. 

Fronleichnam

Pfarrer Haidlauf und Pfarrer ArnoldSeit 1246 feiert die katholische Kirche 60 Tage nach Ostern das Hochfest des „Leibes und Blutes Christi“, Fronleichnam. Der Tag steht in enger Verbindung mit dem Gründonnerstag, an dem an das letzte Abendmahl erinnert wird. Im Gegensatz zum eher stillen Charakter der Karwoche wird Fronleichnam festlich und fröhlich gefeiert.  In der  Prozession, die an den Festgottesdienst anschließt und auch ein Sinnbild des wandernden Gottesvolkes ist, wird das Zeichen des Brotes für alle sichtbar nach draußen getragen.

Pfarrer Arnold und Pfarrer Haidlauf feierten mit der Gemeinde den Gottesdienst im Hof der Weinbergschule. Der Kirchenchor begleitete die anschließende Prozession mit festlichen Chören. Thema der vier Stationen war das Glaubensbekenntnis:

Glaube an Gott.

Im christlichen Glauben – wie auch im Glauben anderer Religionen – ist Gott der Schöpfer des Universums. Die indischen Veden drücken es so aus: „Gott schläft in den Steinen, atmet in den Pflanzen, träumt in den Tieren und erwacht im Menschen“. Diese Schöpfung zu achten und zu bewahren, im Großen und im Kleinen, war das Thema des ersten Altars. Der Chor sang dazu das Lied „Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus“.

Glaube an Jesus Christus.

Was schleppen wir nicht den lieben, langen Tag mit uns herum, an physischen wie an psychischen Lasten. Vieles davon lässt sich nur gemeinsam ertragen. Das Kreuz, das in den christlichen Konfessionen untrennbar mit der Gestalt Jesu verbunden ist, ist ein Sinnbild dafür, dass jemand mit uns geht und Last auf seine Schultern nimmt. Beim zweiten Altar mit dem Thema „Glaube an Jesus Christus – einer trage des anderen Last“ sang der Chor „Nehmet das Brot, den Leib unseres Herrn“.

Glaube an den heiligen Geist.

„Gott gab uns Atem, damit wir leben, . . . er gab uns Worte, dass wir verstehn“. Luft, Wind, Atem, Worte, Sprache, Verstand. Wie verdeutlicht man sich den unsichtbaren, göttlichen Geist? Das Lied, das wir beim dritten Altar sangen, macht einen Versuch und erinnert noch einmal daran, den Verstand zu benutzen, um die Schöpfung zu bewahren.

Glaube an die Kirche.

Nach den ersten drei Stationen – der göttlichen Dreifaltigkeit – wendete sich der vierte Altar der Kirche, also uns Menschen zu.  „Suchen und fragen, hoffen und sehn, . . .“ sang der Chor.

Moderne NGLs mit Bläsern zum Pfarrfest

Pfarrfest 2010Neue geistliche Lieder, gesungen vom Kirchenchor, instrumental begleitet von Organist Adrian Sieferle an Klavier und Orgel waren am Sonntag, den 30. Mai 2010 im Festgottesdienst zu hören. Ein Saxophonquartett der Stadtkapelle Offenburg unterstützte den Chor ebenso bei den teils bekannten,teils recht unbekannten, neu arrangierten Chorsätzen. Bei allen Stücken stellten die Musiker ihr Können eindrucksvoll hörbar unter Beweis. „Let us break bread together“ – auch gospelbegeisterte Zuhörer kamen auf ihre „Kosten“ und konnten den Klängen einer Kleingruppe aus dem Chor lauschen, eingebettet in die Stimmen des gesamten Chores und einer Sopran-Überstimme. Pfarrer Richard Huber, als „Ruheständler“ in der Pfarrgemeinde immer wieder gern willkommen und gebraucht, zelebrierte diesen Festgottesdienst.

Pfingstmontag – die bunte Gnade Gottes

Am Pfingstmontag lud die Pfarrgemeinde Ohlsbach katholische und evangelische Christen zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit ein. Zelebranten waren der evangelische Priester Jan Mathis sowie der katholische Theologe und Hochschulprofessor Dr. Bernd Feininger aus Gengenbach. Viele Mitchristen folgten dieser Einladung und ließen sich auf die Worte von Jan Mathis ein, der die Gnade Gottes in ihrer Buntheit und Vielschichtigkeit sehr eindrucksvoll beschrieb. Der Chor umrahmte diesen Gottesdienst mit passend ausgewählten Liedern und stimmte in die Gesänge der Gemeinde, teils gemeinsam, teils im Kanon gesungen, mit ein. Mit der Kantate „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen Jesu“ von Dietrich Buxtehude schloss der Chor diesen Pfingstgottesdienst, getragen voller Hoffnung und Zuversicht auf ein gemeinsames Miteinander, ab. Im Chorraum stehend bedankten sich die Sänger zum Abschluss bei allen Mitfeiernden für ihr Kommen mit dem weltlichen Lied: „Freunde, die ihr seid gekommen“. Spontaner Applaus aus den Reihen der Gottesdienstbesucher war das Ende einer gelebten Ökumene an diesem Vormittag!

Pfingstsonntag – der pfingstliche Geist hat viele Gesichter

Unter diesem Motto hatte der Kirchenchor zum Pfingstsonntag einen sehr kreativen Gottesdienst mit Gesang, Orgel- und Klavierbegleitung sowie Rhythmusinstrumenten vorbereitet. Altbewährte Kirchenlieder, im Kanon gesungen, englische Zwischenverse eingebettet in uralte Pfingstweisen bis hin zu vierstimmigen Klängen von Gregor Linßen, deutschlandweit der wohl bekannteste Komponist und Autor vieler neuer geistlicher Lieder, verliehen diesem Pfingstgottesdienst einen kirchenmusikalischen Geist – mit vielen Gesichtern.

Dekanatschorsingen in St. Martin, Urloffen

Dekanatschortag 2010In einem der schönsten Beispiele klassizistischer Kirchenbaukunst in Baden, in der vom Weinbrenner-Schüler Hans Voß um 1830 erbauten St. Martinskirche in Urloffen, trafen sich die Kirchenchöre des Dekanats Offenburg-Kinzigtal zum diesjährigen Dekanatschorsingen.

Dieses Chortreffen findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt und bietet den Chören eine gute Gelegenheit, in Kontakt zu bleiben, den Blick „über den eigenen Kirchturm“ hinaus zu richten und ihr Repertoire zu überprüfen und zu erweitern. 

Der Kirchenchor Ohlsbach hat auch in diesem Jahr teilgenommen und sich gut vorbereitet in den Klangkörper von etwa 400 Sängerinnen und Sängern aus 15 Chören eingefügt. Die Eucharistiefeier in der dicht besetzten Pfarrkirche zelebrierten Dekanatspräses Frank Meier, Pfarrer Dietmar Mathe, Diözesanpräses Monsignore Pfarrer Johann Schäfer und Dekan Matthias Bürkle gemeinsam. Matthias Degott, Bezirkskantor in Gengenbach, begleitete an der Hauptorgel,  Markus Grothmann spielte die kleine Orgel. Kirsten Bormann, Chorleiterin in Durbach, organisierte diesen Chortag.

Kirchenchor und Jugendprojektorchester zu Ostern

Ostermesse 2010Am Ostersonntag brachte der Kirchenchor zusammen mit dem Jugendprojektorchester der Pfarrei festliche Chöre von D. Buxtehude („Alles, was ihr tut“, „Alleluja“), G.F. Händel („Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn“, „Halleluja“, „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“) und A. Vivaldi („Doppelquartett“) in das Oster-Hochamt ein.

Das Jugendprojektorchester besteht aus jungen Musikern unserer Pfarrei, die auf diese Weise Gelegenheit erhalten, ihr Können auf dem Instrument in die Kirchenmusik einzubringen und so eine Möglichkeit haben, neben der Orchestermusik auch in die Kirchenmusik hineinzuwachsen.

In bewährter Weise hat der Chor auch in der Osternacht den Gottesdienst mit Taize-Gesängen mitgestaltet, die gerade in ihrer Schlichtheit eine ganz eigene Dynamik in dieser eindrücklichen Liturgie entwickeln.

Der Kirchenchor freute sich über die zahlreiche, interessierte Gottesdienstgemeinde!

Gregorianik – antiphonales Singen längs und quer durch den Kirchenraum

An diese „höchste Form der Kirchenmusik“, wie sie beispielsweise Papst Pius X., XI., und im Jahr 2007 auch Papst Benedikt XVI. für die Liturgie einfordern, knüpfte der katholische Kirchenchor Ohlsbach im Gottesdienst zum 2. Fastensonntag an. In den Klöstern wurde und wird dieses „antiphonale Singen“ der Ordensleute meist im Chorraum zwischen dem rechten und linken Chorgestühl praktiziert. 

Unser Chor hat, anlehnend an diese uralte Tradition, die Vorsängerteile der bekannten „Missa de angelis“ auf diese Weise von drei Plätzen im Kirchenraum aus  übernommen und die Propriumsteile wie Introitus und Graduale in einfacher, einstimmiger Psalmodie im Wechsel mit der Gemeinde gesungen. 

Den Gedanken des Singens von verschiedenen Plätzen im Kirchenraum aus führte der Chor auch im Fürbittruf in doppelchöriger Weise fort, bevor dann das Segenslied von John Rutter „Gott segne und behüt Dich“ den Chor wieder zusammenführte.

Anschließend an den Gottesdienst fand die Pfarrversammlung im nachbarlichen Gemeindehaus statt, bei der sich auch die Kandidaten zur Pfarrgemeinderatswahl vorstellten.

Abendmesse in der Dreifaltigkeitskirche Offenburg

Abendmesse in offenburg, 31.1.2010

Auf Einladung unseres Dekans, Matthias Bürkle, gestaltete der Kirchenchor Ohlsbach in der Dreifaltigkeitskirche Offenburg den Abendgottesdienst. Er trug die Thematik des Festes „Darstellung des Herrn“ – landläufig auch „Maria Lichtmess“ genannt.

Dekan Bürkle war von der kirchenmusikalischen Vesper „Die Einheit in der Vielfalt“ zur Verabschiedung des langjährigen Pfarrers Richard Huber im vergangenen Oktober so begeistert, dass er im Anschluss daran den Chor einlud, eine Abendmesse in der Dreifaltigkeitskirche in Offenburg zu gestalten, was der Chor gerne annahm. Für Pfarrer Huber, der nun der Seelsorgeeinheit Offenburg Ost angehört, war es eine Freude, „seinen“ früheren Kirchenchor zu hören und als Zelebrant diesen Gottesdienst zu feiern.

Neben klassischen Chorwerken wie dem Psalm 100 von Mendelssohn-Bartholdy „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ und dem Abendlied „Du lässt den Tag o Gott nun enden“ von Bornefield waren es die kreativen liturgischen Splitter, die die Gemeinde einen „etwas anderen Gottesdienst“ erleben ließen.

Sei es der gesungene Abschluss des Tagesgebets in Form der englischen Doxologie oder das „Nunc dimitis“ im Evangelium, das der Chor übernahm, sei es der Abschluss der Weihegebete über Brot und Wein oder das „Ave Maria“ des niederländischen Renaissance-Komponisten Nicolas Gombert – all dies war im Wechsel mit der Gemeinde eine erhebende Musikalität, die die Gottesdienstbesucher am Schluss zum Applaus veranlasste.

Pfarrer Richard Huber bedankte sich beim Chor und lud ihn ins „Dreif in“ zu einem Umtrunk ein.