Jahresversammlung 2022

Am 7.9.2022 fand die Jahreshauptversammlung des Kirchenchors Ohlsbach statt – nach fast drei Jahren coronabedingter Pause wieder so etwas wie Normalität. So war denn auch das Chorleben in dieser Zeit das Thema der verschiedenen Ansprachen.

In seinem Grußwort dankte Präses Pfarrer Erwin Schmidt dem Chor für die musikalische Begleitung der Gottesdienste in kleinen Besetzungen. Mit dem Beispiel des Philosophen und Dichters Paul Claudel motivierte er die Chormitglieder, sich weiter der Schönheit des Chorgesangs zu widmen, denn man könne nie wissen, welche Wirkung dieser habe. Claudel hatte nämlich ein Berufungserlebnis beim Hören des Magnifikat.

Der Vorstandsvorsitzende Harald Möschle widmete sich in seinem Dreijahresrückblick ebenfalls dem Auf und Ab des Chorlebens in dieser Zeit. In oft lustigen Anekdoten schilderte er die Versuche, Proben und Auftritte mit den Coronaregeln in
Übereinstimmung zu bringen. Auch der Chorleiter Konstantin Bläsi dankte dem Chor und besonders dem Vorstand für die Arbeit in schwieriger Zeit.

Ein wichtiger Programmpunkt waren die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft.
Es wurden geehrt für
10 Jahre: Chris Derdau, Karl und Sandra Hoferer und Konstantin Bläsi
25 Jahre: Monika Lehmann, Ralf Buser, Rita Bruder
40 Jahre Christiane Damm
70 Jahre: Hannelore Bruder

Ehrungen, von links: Erwin Schmidt, Christiane Damm, Karl Hoferer, Chris Derdau, Konstantin Bläsi, Sandra Hoferer, Monika Lehmann, Ralf Buser, Harald Möschle

Schließlich fanden die Vorstandswahlen statt. Unter der Leitung von Pfarrer Erwin Schmidt wurden alle Mitglieder des Vorstands in ihrem Amt bestätigt. Vorstandsvorsitzender Harald Möschle, Kassenwartin Birgit Näger, Schriftführerin Regina Törnig-Grohe und Notenwartin Sandra Hoferer hatten sich zuvor wieder zur Kandidatur bereit erklärt.
(Regina Törnig-Grohe)

Vorstand
Vorstand, von links: Regina Törnig-Grohe, Konstantin Bläsi, Birgit Näger, Harald Möschle, Sandra Hoferer, Erwin Schmidt

Jubiläum der Feuerwehr

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Zum hundertfünfzigjährigen Jubiläum bot die Feuerwehr ihren Gästen über ein verlängertes Wochenende ein ganz großes Fest.

Bei herrlichem Sommerwetter begann der Sonntagmorgen mit einer Festmesse in der Gemeindehalle, die wir auf Wunsch der Feuerwehr gerne musikalisch gestalteten, zusammen mit dem Spielmannszug.

Mit „Unterwegs zu Dir“, und Liedern aus dem Gotteslob, „Geborgen in Dir, Gott“, „Du rufst uns Herr an Deinen Tisch“, „Heilig, ja heilig“, „Oh Du Lamm Gottes“ begleiteten wir die Messe an diesem schönen Morgen, bevor zum Abschluss, angestimmt vom Spielmannszug im Einklang mit der Gemeinde das „Te Deum“ erklang. Einen herzlichen Dank für die kühlen und höchst willkommenen Getränke, die uns die Feuerwehr spendierte.

Fronleichnam – „Christus hochhalten“

So sehr man den Regen auch erwartete, am Fronleichnamsfest – in Ohlsbach am Sonntag nach dem Feiertag – kam er nicht. Die Natur musste noch leiden, die Prozession durchs Dorf konnte stattfinden. „Christus hochhalten“ und „auf den Schild heben“ – diesen eigentlichen Sinn des Festes neben all der Tradition und dem Brauchtum thematisierte Pfarrer Erwin Schmidt in seiner tiefgründigen Ansprache. Wir begleiteten die Feier mit Liedern aus dem Gotteslob, einem Gloria (725), einem Credo (177), „Unser leben sei ein Fest“ (715) und „Wenn wir das Leben teilen“ (474). Konstantin Bläsi war Organist, Kantor und Chorleiter in una persona.

Nach der ersten Station an der Kirche („Gottheit tief verborgen“) führte die Prozession zur zweiten in der Heimgasse („Speise des Lebens“), zur dritten am Dorfplatz („Nehmet das Brot“) und schließlich zur vierten bei der Kirche („Tantum ergo“).

Da der Himmel wolkenlos und schon der Morgen sehr heiß war, waren die kühlen Getränke, die das Gemeindeteam im Schatten der Kirche und unter Sonnenschirmen bereitgestellt hatte, eine wunderbare Erfrischung. Sie machten die Brezeln zu einem Genuss und luden dazu ein, noch ein wenig zu verweilen. Einen herzlichen Dank für diesen schönen Ausklang.

Titularfest an Trinitatis

Die Werke des Oberschlesiers Max Fielke (1855 – 1911) sind in unseren Regionen nur wenig bekannt. Sein schönes Opus 80 „Missa in G-Dur in honorem Sancti Caroli Borromaei“ wählte Chorleiter Konstantin Bläsi fürs Ohlsbacher Titularfest aus.

Da wir nach den Corona-Einschränkungen erst wenige Probenmöglichkeiten, im zweiten Jahresquartal aber die meisten Termine hatten, mussten wir uns auf Kyrie und Gloria beschränken. Wir begleiteten die Aussetzung mit „O salutaris hostia“ aus dem Hymnus von Thomas von Aquin. Organist war, zum ersten Mal an der Orgel in Ohlsbach, der talentierte Felix Fischer aus Schutterwald. Sehr gerne wieder, Felix!

Pfingsten – Veni creator spiritus

Mit „Komm, heiliger Geist“ und dem lateinischen Hymnus „Veni creator spiritus“ baten wir den heiligen Geist zu uns und insbesondere zu den furchtbaren, bedrückenden Krisen in der Welt, wohlwissend, was Paulus gesagt hat: „Der Geist weht, wo er will“. Wir beschlossen die Pfingstfeier mit einem „Ubi caritas“ und freuten uns sehr über die Begleitung von Max Hoferer an der Orgel!

Ostern

Nach über zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen konnten wir Anfang April aufatmen. Wir durften wieder in großer Runde proben und feierten das Osterfest mit dem Kyrie und dem Sanctus aus Hasslers Missa Secunda, einem Agnus von Gregor Linßen („Lamm Gottes“) und Osterliedern. Organist war – immer willkommen – Max Hoferer.

Die Coronazeit

(Januar 2020 bis April 2022)

„Die Chöre leiden unter der Pandemie“ schrieb der Bayerische Rundfunk schon im Mai 2021 und berief sich dabei auf eine Studie der Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihr wurden über 4000 Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Das Ergebnis sei erschreckend: Mehr als die Hälfte aller befragten Chöre befürchte, nach der Pandemie „nicht wieder auf die frühere Besetzungsstärke zurückzukommen“. (—>)

Ab Januar 2020 wurde ein neuartiges Coronavirus bekannt, das sich weltweit schnell verbreitete. Im Verlauf des Frühjahres kam es zu immer strengeren Einschränkungen, die auch Probenarbeit und Auftritte von Chören betraf. Dies zog sich mit leichten Entlastungen in den Sommermonaten bis ins Frühjahr 2022. In dieser Zeit hielten wir uns an die Regeln der Erzdiözese Freiburg und probten, wenn überhaupt, nur in einer kleinen Gruppe, die die Messen an den kirchlichen Feiertagen Ostern, Pfingsten, Trinitatis, Allerheiligen und Weihnachten mitgestaltete.

Aus einem Vorstandsbrief vom Mai 2020 an die Chormitglieder: „…Wir hatten uns wieder allerhand vorgenommen. Noch einige anstrengende Proben hatten wir vor uns, aber dann hätten wir sicher schöne Messen von Mozart, Ramirez und Diabelli gesungen. Und dabei wieder einen kleinen Meilenstein ins Jahrbuch des Kirchenchores Ohlsbach geschrieben. Nun hat die Geschichte ihre eigenen Regeln und uns alle auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein mikroskopisch kleiner Virus hat unsere doch so moderne Welt in ihre Grenzen gewiesen und das Leben, so wie wir es kennen, vorübergehend zum Erliegen gebracht….“

Anfang April 2022 entfielen die meisten Corona-Regeln. Seither sind Proben und Auftritte mit freiwilligen Vorsichtsmaßnahmen ohne größere Einschränkungen möglich. Wir sind zwar noch nicht vollzählig, aber sehr erleichtert, dass die allermeisten Chormitglieder nach wie vor gerne in die Probe kommen und sich außerordentlich freuen, wieder gemeinsam singen zu dürfen. Somit kann es in den Ankündigungen des „Ohlsbacher Blättli“ an kirchlichen Feiertagen weiterhin heißen: „Mitgestaltet vom Kirchenchor“.