Fronleichnam – „Christus hochhalten“

So sehr man den Regen auch erwartete, am Fronleichnamsfest – in Ohlsbach am Sonntag nach dem Feiertag – kam er nicht. Die Natur musste noch leiden, die Prozession durchs Dorf konnte stattfinden. „Christus hochhalten“ und „auf den Schild heben“ – diesen eigentlichen Sinn des Festes neben all der Tradition und dem Brauchtum thematisierte Pfarrer Erwin Schmidt in seiner tiefgründigen Ansprache. Wir begleiteten die Feier mit Liedern aus dem Gotteslob, einem Gloria (725), einem Credo (177), „Unser leben sei ein Fest“ (715) und „Wenn wir das Leben teilen“ (474). Konstatin Bläsi war Organist, Kantor und Chorleiter in una persona.

Nach der ersten Station an der Kirche („Gottheit tief verborgen“) führte die Prozession zur zweiten in der Heimgasse („Speise des Lebens“), zur dritten am Dorfplatz („Nehmet das Brot“) und schließlich zur vierten bei der Kirche („Tantum ergo“).

Da der Himmel wolkenlos und schon der Morgen sehr heiß war, waren die kühlen Getränke, die das Gemeindeteam im Schatten der Kirche und unter Sonnenschirmen bereitgestellt hatte, eine wunderbare Erfrischung, machten die Brezeln zu einem Genuss und luden dazu ein, noch ein wenig zu verweilen. Einen herzlichen Dank für diesen schönen Ausklang.

Titularfest an Trinitatis

Die Werke des Oberschlesiers Max Fielke (1855 – 1911) sind in unseren Regionen nur wenig bekannt. Sein schönes Opus 80 „Missa in G-Dur in honorem Sancti Caroli Borromaei“ wählte Chorleiter Konstantin Bläsi fürs Ohlsbacher Titularfest aus.

Da wir nach den Corona-Einschränkungen erst wenige Probenmöglichkeiten, im zweiten Jahresquartal aber die meisten Termine hatten, mussten wir uns auf Kyrie und Gloria beschränken und begleiteten die Aussetzung mit „O salutaris hostia“ aus dem Hymnus von Thomas von Aquin. Organist war, zum ersten Mal an der Orgel in Ohlsbach, der talentierte Felix Fischer aus Schutterwald. Sehr gerne wieder, Felix!

Pfingsten – Veni creator spiritus

Mit „Komm, heiliger Geist“ und dem lateinischen Hymnus „Veni creator spiritus“ baten wir den heiligen Geist zu uns und insbesondere zu den furchtbaren, bedrückenden Krisen in der Welt, wohlwissend, was Paulus gesagt hat: „Der Geist weht, wo er will“. Wir beschlossen die Pfingstfeier mit einem „Ubi caritas“ und freuten uns sehr über die Begleitung von Max Hoferer an der Orgel!

Ostern

Nach über zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen konnten wir Anfang April aufatmen. Wir durften wieder in großer Runde proben und feierten das Osterfest mit dem Kyrie und dem Sanctus aus Hasslers Missa Secunda, einem Agnus von Gregor Linßen („Lamm Gottes“) und Osterliedern. Organist war – immer willkommen – Max Hoferer.

Die Coronazeit

(Januar 2020 bis April 2022)

„Die Chöre leiden unter der Pandemie“ schrieb der Bayerische Rundfunk schon im Mai 2021 und berief sich dabei auf eine Studie der Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihr wurden über 4000 Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Das Ergebnis sei erschreckend: Mehr als die Hälfte aller befragten Chöre befürchte, nach der Pandemie „nicht wieder auf die frühere Besetzungsstärke zurückzukommen“. (—>)

Ab Januar 2020 wurde ein neuartiges Coronavirus bekannt, das sich weltweit schnell verbreitete. Im Verlauf des Frühjahres kam es zu immer strengeren Einschränkungen, die auch Probenarbeit und Auftritte von Chören betraf. Dies zog sich mit leichten Entlastungen in den Sommermonaten bis ins Frühjahr 2022. In dieser Zeit hielten wir uns an die Regeln der Erzdiözese Freiburg und probten, wenn überhaupt, nur in einer kleinen Gruppe, die die Messen an den kirchlichen Feiertagen Ostern, Pfingsten, Trinitatis, Allerheiligen und Weihnachten mitgestaltete.

Aus einem Vorstandsbrief vom Mai 2020 an die Chormitglieder: „…Wir hatten uns wieder allerhand vorgenommen. Noch einige anstrengende Proben hatten wir vor uns, aber dann hätten wir sicher schöne Messen von Mozart, Ramirez und Diabelli gesungen. Und dabei wieder einen kleinen Meilenstein ins Jahrbuch des Kirchenchores Ohlsbach geschrieben. Nun hat die Geschichte ihre eigenen Regeln und uns alle auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein mikroskopisch kleiner Virus hat unsere doch so moderne Welt in ihre Grenzen gewiesen und das Leben, so wie wir es kennen, vorübergehend zum Erliegen gebracht….“

Anfang April 2022 entfielen die meisten Corona-Regeln. Seither sind Proben und Auftritte mit freiwilligen Vorsichtsmaßnahmen ohne größere Einschränkungen möglich. Wir sind zwar noch nicht vollzählig, aber sehr erleichtert, dass die allermeisten Chormitglieder nach wie vor gerne in die Probe kommen und sich außerordentlich freuen, wieder gemeinsam singen zu dürfen. Somit wird es in den Ankündigungen des „Ohlsbacher Blättli“ an kirchlichen Feiertagen weiterhin heißen: „Mitgestaltet vom Kirchenchor“.