Chorausflug zum Lindenberg und nach Eichstetten

„Augapfel der Diözese“ wird dieser Berg genannt und das ist eine ebenso anmutige wie auch zutreffende Bezeichnung. Niemand, der den Lindenberg aufsucht, kann sich der Atmosphäre dieses Ortes entziehen. Das beginnt mit der grandiosen Aussicht, nach Süden ins Iben- und Dreisamtal, hinauf in die Regionen des Feldberg und des Schauinsland, nach Westen in die Rheinebene bis weit hinüber zu den Vogesen, nach Norden ins Kandelgebiet – Schwarzwald und Breisgau präsentieren sich von ihrer schönsten Seite. Doch die Aussicht alleine ist es nicht, was den Lindenberg ausmacht. Es begann um 1500 mit einem Bildstöckchen des Bauern Pantaleon Mayer als Dank für die Erfüllung eines Wunsches. Daraus wurde im Laufe der Jahre zunächst eine Holzkapelle und schließlich die Wallfahrtskirche „Maria Lindenberg“.  Seit den frostigen Zeiten zu Beginn des „kalten Krieges“ finden sich hier Menschen zu einer Gebetswache um „Frieden und die Erneuerung der Kirche im heiligen Geist“ zusammen.
ausflug1Als wäre das nicht schon alleine eine Reise wert, kam der Kirchenchor so kurz nach dem Ohlsbacher Pfarrfest auch wieder in den Genuss einer vollbesetzten Kirche, musste auf der Empore zusammenrücken, damit alle Pilger und Gottesdienstbesucher einen Platz fanden und hatte so eine der immer selteneren Gelegenheiten, vor vollem Haus singen zu dürfen. Anton Bruckners „Locus Iste“ („Dieser Ort ist von Gott erschaffen, ein unschätzbares Geheimnis, kein Fehl ist an ihm“) beschrieb zutreffend, wo man sich befand, und man beendete die Messe nicht ohne ein Marienlied: „Segne Du, Maria“ im vierstimmigen Satz von Matthias Degott. Konstantin Bläsi war zugleich Organist, Kantor und Dirigent.

Gut gestärkt durch das Mittagessen in der der Pilgergaststätte verließ der Chor den Lindenberg und fuhr nach Eichstetten, wo er von Bürgermeister Michael Bruder empfangen wurde. Nach einer herzlichen Begrüßung und einer Kaffeepause im gemütlichen „Mitnander“ zeigte er seinen Gästen die Besonderheiten seiner schönen Gemeinde und ihrer Umgebung: Die Fünfbogenbrücke am Ortseingang beim Zusammenfluss von Dreisam, Mühlbach und Altwasser, den Schwanenhof, die typischen Lößhänge und Lößterassen, die das Landschaftsbild am Kaiserstuhl prägen, die ausgedehnten Reben, deren Hügel flacher verlaufen als in Ohlsbach und die trotz ihrer Lage im Regenschatten der Vogesen aufgrund des Lößbodens besonders gut gedeihen. Der Biologe und Kulturpflanzenforscher Dr. Gladis führte durch den „Kaiserstühler Garten„, eine Stiftung, die Antworten sucht auf die globale Privatisierung des Saatguts, ein besorgniserregender und von der Öffentlichkeit kaum beachteter Vorgang.
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Natürlich konnte man das sonnenreichste und wärmste Rebengebiet Deutschlands nicht verlassen, ohne sich von der Güte des Kaiserstühler Weins zu überzeugen. Deshalb war eine vorzügliche Weinprobe zusammen mit einem köstlichen Buffet im Weingut Arndt Köbelin ein harmonischer und fröhlicher Abschluss eines ereignisreichen und höchst interessanten Ausflugs. 

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